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Eine Szenerie spielst Du mir vor und brennst ab ein Prachtfeuerwerk.
Die Funken zerstoben mit Deinem Gesicht zu leeren Nächten mit einem verstummten Sternenorakel.
Ein Traum zerbrach.
Betti Fichtl
Sie nennt sich Sanna und ich habe keine Ahnung ob das ihr richtiger Name ist oder nur ein Pseudonym.
Sanna schreibt für ein Musikmagazin und die Sätze, die sie schreibt, sind einerseits gefühlvoll und haben andererseits auch Köpfchen.
Was will ich damit sagen? Ich will damit sagen, dass die Sätze, die sie schreibt, auch wirklich Sätze sind und dass sie schreiben kann.
In jeder Ausgabe ist auch ein Foto von ihr und auf dem Foto sieht sie lieb und niedlich aus.
So ähnlich wie ein Rehlein, das neben der Autobahn steht und mutig den Daumen raus hält, obwohl es eigentlich nur zurück will in den Wald.
Alfred Zoppelt
Ich orakle mit den Sternen in den Räumen der Nacht.
Baue die Szenerien beglänzt mit ihrem silbrigen Staub zu einer faszinierenden Musik.
Sie verändern sich fremd in kahlen Kulissen.
In den Händen des großen Dramaturgen.
Betti Fichtl
Eine silberne Stille leuchtet in die Einsamkeit der Nacht von den Sternen her.
In ihre dunklen Höfe über dem Refrain der Strassen im Laternenlicht macht das Gewesene vergangen.
Verlöscht in einer neuen Morgendämmerung.
Betti Fichtl
Frischer Tau auf den Blättern, es ist noch recht früh, der Weg zur Arbeit weit, doch die Natur ist einzigartig.
Viele schlafen noch, meine Arbeit ruft dennoch, die Sonne ist bereits beim Erwachen, sie gibt Halt für den Tag.
Tiere recken und strecken sich, der Tag startet, ich genieße die Natur bis zur Arbeit, auch wenn es morgens um 6 Uhr ist.
Ich liebe die Natur, den frischen Wind, den frischen Tau auf den Blättern.
Genieße deinen Tag!
Franziska Kynast
Frühling mit den Musikszenen der Vögel in den blauen Sälen des Himmels über den erwachenden Wiesen und Wäldern.
Den gesprengten Knospen zur Blüte im feinen Duft mit einer geschenkten Fülle der Freude eine Jahreszeit lang.
Betti Fichtl
Der Mensch sucht nach Idolen in einer kaputten Welt.
Schaut auf zum Mythos den Ikonen und Hymnen.
Kehrt zurück zu Gott.
Betti Fichtl
In der Halle Deiner Augen wärme ich mich vom Frost des Tages.
Die Wogen glätten sich in sanfte Wellen mit glücklichen Momenten deckt uns die Abendröte zu.
Betti Fichtl
Ich liebe dich und darf es nicht sagen schau in deine schönen Augen und hoffe, dass sie mich fragen: fühlst du auch wie ich?
Ich liebe deine Stimme diesen besonderen Klang sinnlich, manchmal lächelnd und mir wird so bang bin kaum Herr meiner Sinne. Ich liebe deine Hände
sie sind so schön und zart wie sie wohl streicheln? Gewiss auf eine besondere Art dein Blick spricht Bände..... Ich liebe deinen Mund
würde ihn so gerne küssen sehne mich täglich danach möchte dich nie wieder missen doch mein Herz ist wund.
Denn du bist nicht frei! Alles bleibt nur ein Traum die Sehnsucht wird nie gestillt ich vergesse Zeit und Raum und bin trotzdem glücklich dabei.
Karin Schümann
Es gibt Menschen, die den Raum augenblicklich mit Licht füllen, wenn sie ihn betreten. Sie strömen etwas aus, was wir im selben Moment einatmen und zünden etwas an, das unauslöschlich scheint. Hinterlassen wundersame Flugfunken, die sich in unsere Seele einbrennen. So geschah es auch, als es um mich geschehen war. Genährt von der Flamme, geleitet vom Licht. Um es mit einem bildhaften Zitat auszudrücken. Mein Engel hatte eine magische Strahlenkraft. Löste Schwingungen aus, die dem Augenblick Flügel zu verleihen schienen. Ohne dass er etwas Sichtbares dazu tat. Das Sonderbarste an jener Geschichte: dass diese Lichtgestalt wie vom Himmel geschickt in mein Leben trat. Um einen Schatten aufzulösen, der sich in meiner Seele verfangen hatte. Denn es lag eine Zeit vor mir, die Angst vor sich selbst zu haben schien. Weil es so etwas wie ein Danach nicht geben konnte. Hingegebener als je zuvor hatte ich an Skulpturen gearbeitet, die ausgerechnet dem Thema Himmelszeichen gewidmet waren. Zu einem Teil von mir selbst geworden, sollten meine Seelenkinder, wie ich sie nannte, auf eine Ausstellung gehen, um trauernden Menschen Trost zu spenden. Dass ich im Abschiednehmen schließlich selbst mit einem Gefühl der Traurigkeit zurückbleiben würde, spürte ich mit jedem Verlustgedanken. Ausgerechnet in diesem Moment flog mich mein Engel an. Als Journalistin einer Zeitung, die über das bevorstehende Ereignis berichten wollte. Sichtlich berührt von dem, was sie da erwartete. Oder besser gesagt: nicht erwartet hatte. Ihr Blick schien ergriffen von der greifbaren Nähe meiner jenseitigen Fantasien. Der Bericht, den sie später darüber schrieb, gab ihre übersinnliche Wahrnehmung wieder. Federleicht las sich da, was eigentlich so schwer doch wog. Die Halt versprechenden Worte gaben mir schließlich die notwendige Kraft zum Loslassen. Hätte damals jemand gewagt, zu behaupten, dass auch Engelsflügel schlagen können, wäre ich zum Gesellen des Teufels geworden. Was folgte, war eine Zeit, die am liebsten an sich selbst festgehalten hätte. Fast unwirklich in ihrer Realität, kaum fassbar in ihrer Intensität. Sollte ich sie dennoch in Worte fassen, würde es in etwa so klingen: „Wir fühlten uns wie ein Ginkoblatt, das sich in zwei Hälften teilt und doch ein Ganzes ist“. Schicksalhaft zusammengefügt, als könnte keine Kraft dieser Welt uns trennen. So schien es jedenfalls. Kein Tag verging, ohne die Stimme des anderen zu hören. Keine Stunde, in der wir uns nicht durch eine goldene Schnur verbunden fühlten. Das Leben hatte aus uns zwei unzertrennliche Weggefährten gemacht.
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Eines Tages, als mein Engel wieder einmal unseren Garten anflog, beobachtete ich, wie achtsam sein Schritt ihn über das zerbrechliche Weiß der Gänseblümchen schweben ließ. Als könnte er keiner Blüte etwas zuleide tun. Geschweige denn, einem Menschen. Wahrhaft himmlisch wirkte seine Ehrfurcht vor diesen irdischen Geschöpfen. Wieder ein Beweis dafür, dass er unter seinem Mantel Flügel trug? Selbst seine Briefe, die er an mich richtete, hatten eine göttliche Handschrift. Jeder für sich ein Dokument der Liebe, ein Zeugnis des Himmels. So schien es jedenfalls. Als mich irgendwann die Nachricht erreichte, dass mein Engel seinen Arbeitsplatz verloren hätte, zögerte ich keinen Moment, ihn aufzufangen. So, wie er es damals auch mit mir getan hatte. Ich brachte ihm als Trost ein zufällig aufgestöbertes Ölgemälde, das den Kampf zwischen Gut und Böse darstellte. War es eine bildhafte Prophezeiung dessen, was mir später selbst widerfahren sollte? Eine Ahnung, die sich hinter meiner Ahnungslosigkeit versteckte? Eine bildhafte Warnung, die Vorzeichen einer Seelenwandlung sein sollte? Was ich in den folgenden Monaten für meinen Engel tat, hatte ich noch niemals zuvor für einen Menschen getan. Es war ein ungleiches Spiel aus Geben und Nehmen. In dem dennoch jeder von uns das Gefühl hatte, beschenkt zu sein. Aus unserer Sicht des Himmels. Aus dem Blickwinkel eines Gesetzes, das nicht von dieser Welt zu sein schien. Irgendwann schenkte mein engelhafter Gefährte mir einen unvergesslichen Tag. Als Dank für das Gegebene. Tief berührt nahm ich diese Geste von ihm an – obwohl er außer seiner Liebe eigentlich nichts zu verschenken hatte. Unser gemeinsames Gefühl galt der Sprache. Ein Instrument, mit dem wir zwischen Himmel und Erde etwas bewegen konnten. Eine Sehnsucht, die wir schreibend teilten. Die Liebe zum Wort schien ein festes Band zwischen uns. Eines, das nie zerreißen sollte. Und eines, das alles aushalten wollte. Wir haben uns gegenseitig Flügel verliehen in dem Bewusstsein, dass Sprache die Melodie des Himmels ist und gleichzeitig die kostbarste Brücke zwischen den Menschen. Dass es ausgerechnet dieses Instrument war, das Klang der Macht werden sollte, schien wie ein sich selbst vernichtendes Heiligtum. Unser unverwundbarer Federball war zu einem verletzenden Schlagball geworden. Heute sehe ich meinen Engel in einem anderen Licht. Erkenne ihn als Opfer seines eigenen Schattens. Den er nicht überwinden konnte. Geblendet von seinem übermächtigen Spiegelbild. Rückblickend kann ich mir Fragen stellen, die derzeit noch unvorstellbar gewesen wären: Haben auch Engel Machtgefühle? Anflüge selbst zerstörender Ohnmacht? Können sie in ihrer Verletzlichkeit verletzend sein? Müssen sie ihren Glanz durch ihre scheinbare Unfehlbarkeit bewahren? Leiden auch sie unter Anwandlungen eines unbezähmbaren Seelenwandels?
-3-
All das ist meinem Engel passiert. Vielleicht, weil ich ihm nicht genügend Macht über mich gegeben habe. Vielleicht aber auch, weil er zu schwach war, meine gewonnene Stärke auszuhalten. Wir haben uns in den geteilten Flugstunden gegenseitig beflügelt, getragen und Halt gegeben. Bis sich irgendwann die vernichtende Kraft der Sprachgewalt einmischte. Sind auch Lichtgestalten ihrer Worte nicht immer mächtig? Setzen auch sie Sprache als Schlaginstrument ein? Oder sind es nur ihre gestutzten Flügel, die ihnen die Balance nehmen? Ich werde meinem Engel dennoch vergeben. Weil menschliches Blut durch seine Adern floss. Und ich ihm selbst das Kleid des Himmels angezogen habe. Eines aber möchte ich ihn noch wissen lassen: Er hat mich auf den Weg gebracht. Und mir Flügel der Unabhängigkeit verliehen. Ein Jahr nach diesem Erlebnis hatte ich den Mut, noch einmal den Weg zwischen himmlischer Erfüllung und Höllenschmerz zu gehen. Mit meinem Engel zusammen den Kampf zwischen Licht und Schatten anzuschauen. Wut und Wundgefühl können nur heilen, wenn wir sie in Frieden verwandeln. Nicht in der Schuldzuweisung liegt die Kraft einer unversehrten Zukunft, sondern in der Erkenntnis, dass auch wir Teil jeder Vergangenheit sind. Vielleicht müssen wir den Weg des Irrtums gehen, um uns selbst zu finden. Soviel klaglosen, klärenden Schmerz einer Freundschaft durchleben, um uns aus dieser Erfahrung wieder neu zu binden. Bevor eine Seele wund getreten zerbricht, zieht sie sich schweigend zurück. Um sich selbst zu retten. Sie spürt ihre Grenzen, weiß, was sie aushalten kann. Auch, wenn sie manchmal viel zu lange stillhält. Schmerz kann sich nur von Schmerz ernähren. Also müssen wir uns von ihm befreien. Wenn Wut und Enttäuschung die Macht über uns verloren haben, können wir uns wieder voller Vertrauen den Menschen zuwenden. Mit einer gesunden Portion Misstrauen. Um nicht wieder dem nächstbesten Engel zu verfallen.
Ute Leser
Frühling lächelt in die Lüfte taut mit goldnen Sonnenstrahlen das letzte Wintereis.
Erweckt die kahlen Gärten in Blütenparadiese zum Canzona der Vögel.
Ein Singen und Summen umschwirrt die Tage sie dehnen sich freundlich, hell.
Betti Fichtl
Träumen vom nahen Frühling wenn goldene Sonnenstrahlen unsere Körper streicheln.
Träumen von lauen Nächten die uns zart einhüllen und dich und mich umschmeicheln.
Wann wird endlich wieder die Sonne die Erde erwärmen damit bunte Blumen blühen? Wann wird der Winter fliehen der Duft des Frühlings uns betören und unsere Herzen glühen?
Karin Schümann
Diebisch verschlinge ich deine Blüte labe mich an der nächsten und entschwinde wieder Lieblich entwende ich dir einen Kuss erhasche den nächsten und entschwinde wieder Geraubt habe ich dir dein Herz stehle das nächste und entschwinde wieder Sinnlich verführe ich deine Seele verrate meine eigene und sterbe
Gabi Junker
Die Zeit treibt über die Katakomben der Erde.
Sie bemerkt kaum deren Dance makabre ist eine Ewige an den kosmischen Brücken unbeirrbar, schweigsam ankunftslos.
Betti Fichtl
Ein Liebestraum wurde geboren in einer Gondel auf venezianischem Wasser unter südlichen Sternen.
Berauschte ein paar Wochen atemlos.
Versank im venezianischem Wasser.
Betti Fichtl
Tee im Wintergarten
Bequem sitze ich im warmen, draußen klirrt Väterchen Frost. Er kennt kein Erbarmen, fröhlich rufe ich ihm zu: "Prost".
Ralf Neubohn
Die Raben
Ich mag diese Tiere gern, halte mich jedoch respektvoll fern. Man sagt, sie seien furchtbar schlau, das glaube ich, wenn ich in ihre Augen schau. Stolz ziehen sie über mir ihre Kreise, nehmen im Schnabel eine Nuss mit auf die Reise, die sie gefunden haben bei einem Zaun, versteckt vom Eichhörnchen aus dem Nussbaum.
Angelika Hüneborg
Die Sonne glüht im brennenden See schattiert in Wolken und Wellen.
Im Piano der Lüfte verklangen die letzten Preludes der Vögel.
Abendblau schleiert sich über die Szenerie.
Zum Amen des Tages in den Tälern der Heimat.
Betti Fichtl
Der Wind fegt die Blätter von den Bäumen, ich sitze im Bus, fang an zu träumen. Träum' mich in eine Welt hinein, in eine Welt voll Sonnenschein.
Der Wind heult laut sein heisres Lied, mein Leben an mir vorüberfliegt. Sehe Gesichter und auch Bilder, der Wind pfeift draußen immer wilder.
Endlich ist die Fahrt vorbei, der tosende Wind ist mir jetzt einerlei. Ich freu' mich auf mein kühles Bier, das mir der Ober dann serviert.
Angelika Hüneborg
Hoch auf dem Dach da sitzen Raben da wo sie gute Aussicht haben. sie schaun herab in unsern Garten. Ich frag mich nur, worauf sie warten? Mit scharfen Augen wird erkundet ob da was wächst was ihnen mundet. Doch sind ja jetzt noch kahl die Bäume da bleiben ihnen nur die Träume von Kirschen, Mirabellen, Beeren die sie im Sommer gern verzehren.
Werner Bühler
In Afrika lebte ein Pferdekind mit großer Angst vor heißem Wind So rannte es mit viel Verdruss hinunter zu dem großen Fluss
Ein Nashorn nahm dort grad ein Bad und gab dem Pferdchen diesen Rat: Komm her zu mir, fass dir den Mut, wirst sehn wie gut das Nass dir tut.
Das kleine Pferd schwimmt nun im Nil mit Nashorn und mit Krokodil verzichtet gern auf heißen Sand und wird fortan Nilpferd genannt.
Werner Bühler
Der Mensch ist ein Teil seiner Erde vom Schöpfer in das Universum gelegt.
Gigantisch ist sein Drang vorzustoßen ihm nicht zugetan.
Irdisch tickt seine Zeit.
Unendlich bleibt die Unendlichkeit.
Betti Fichtl
Die Wolfsmondnacht dunkelt über dem Stundenfluss aus dem Altjahr gekommen.
Anteillos zum Mitternachtsfeuerwerk den Salutschüssen zum Gewordenen.
Es ist umwittert mit Rätseln und Fragen zu den Sternenkonstellationen und offenbart sich noch nicht.
Betti Fichtl
Der Pfarrer bei der kirchlichen Trauung: „Max Streibel, willst Du die Henriette Obermeier in guten wie in schlechten Tagen..... usw. usw. ?“ „ Jaa.“ Und ebenso umgekehrt: „Henriette Obermeier, willst Du den Max Streibel in guten wie in schlechten Tagen..... usw. usw.?“ „ Jaa“ Damit war der glückliche Bund geschlossen. Beide wollten aus übervollem Herzen und versprachen es hoch und heilig. Immer nur den anderen zu lieben, zu achten und füreinander einzustehen. Ihn oder sie, nie und unter gar keinen Umständen, komme was da wolle, allein im Regen oder sonst irgendwo stehen zu lassen. Überflüssig zu betonen, dass alle, die sie kannten, von der Ernsthaftigkeit des Versprechens überzeugt waren. So konnte man davon ausgehen, dass beide in dem kleinen Dörfchen der bayrischen Region Mellrichstadt über viele Jahre ein bescheidenes aber glückliches Eheleben führten. Es herrschte scheinbar für jeden ersichtlich Harmonie und liebevolles Einvernehmen. Kleine Streitereien kommen überall vor. Sie wurden als normal empfunden. Max war es nicht gegeben, zu widersprechen. Trotzdem nahmen die Streitereien zu. Weil nicht nur Henriette, deren Körperumfang im Laufe der Jahre, sie war eine gute Köchin und aß ebenso gern wie reichlich, in dem gleichem Maße zunahm wie die ehelichen Auseinandersetzungen an Schärfe. Wer weiß warum? Sie gewann den Eindruck, dass sie ihre körperliche Dominanz wirkungsvoller einsetzen kann, um Max, der als guter Futterverwerter schlank und drahtig geblieben war, fügsamer an die Kandare zu kriegen. Zumal er sich aufgrund seiner körperlichen Wendigkeit stets rechtzeitig wegducken konnte. So war denn an einem Wochenende im vierzigsten Ehejahr für Henriette das Maß voll. Viel zu lange hatte sie mit ansehen müssen, dass ihre gutgemeinten Erziehungsversuche bei Max auf unfruchtbaren Boden fielen. Bei eisigen Temperaturen hatte sich das Ehepaar am Freitag in die Haare gekriegt. Henriette war zu großer Form aufgelaufen, packte ihren Max, der bei der handgreiflichen Auseinandersetzung Hemd und Unterhemd einbüßte, beim Hosenbund und setzte ihn bei eisigen Temperaturen mit gekonntem Schwung vor die Tür. Immerhin ließ sie nach angemessener Zeit Gnade walten und Max wieder ins Warme zurück. Wenige Tage später stellte sich heraus, dass die Erziehungsaktion nicht den erwarteten Erfolg gebracht hatte. In einem erneuten Zweikampf, der dem Ehemann neben dem Verlust der Oberkörperbekleidung zusätzlich noch die Schuhe kostete, landete er in diesem erbarmungswürdigen Zustand wieder vor der Haustür. Diesmal wurde der Schlüssel von innen hörbar umgedreht. Weder durch Maxens bettelnde Rufe noch die eisige Temperatur ließ sich Henriette an ihr vor langer Zeit gegebenes Versprechen erinnern. Mitfühlende aufgestörte Nachbarn entdeckten den schlotternden halbnackten Mann und riefen die Polizei. Mit staatlicher Autorität wurde Henriette auf die Verantwortung durch ihr heiliges Versprechens hingewiesen und Max der ehelichen Zweisamkeit wieder zugeführt. Ob das Ende der ehelichen Erziehungsaktion damit erreicht war, ist dem dürren Polizeibericht leider nicht zu entnehmen.
Johannes Bildau
Entflammende Kerzen am Kranz adventlich geschmückt werfen ihr Schattenlicht auf den Weg zur Weihnacht.
Sie wärmen die Augenblicke künden von ihrer Botschaft und weisen in die Stille.
Strahlen in die dunkle Zeit.
Betti Fichtl
Liegen wir noch nackt im Sonnenschein am Schotterteich werden bereits in so manchem Großmarktregal die Schokoladen-Nikolos weich. Jede Menge an Krampusvereinen agieren das ganze Jahr, versuchen die Halloweens zu vertreiben, ein Nicht-Gelingen fürwahr. Die Weihnachtsbeleuchtung wird von Jahr zu Jahr noch pompöser kreiert, kann sein, dass man das Eins-Zwei-Drei-Vier-Kerzenlicht gar nicht mehr spürt. Neulich hat mir am Nikolaustag jemand ein Neujahrsschweinchen zum Geschenk gemacht. Ich habe es mit Genuss verspeist und mir weiter nichts dabei gedacht. In Mund und Magen sodann fühlte es sich weder vom Geschmack noch von der Kalorienmenge gar nicht anders wie eine Schokoladen-Nikolausmütze an. Advent- Standln und Weihnachtsfeiern ohne Zahl sollen Ruhe und Gelassenheit mit sich bringen, so auf einmal. Hast und Hektik an all diesen vorweihnachtlichen Tagen haben wohl das Christkindl bereits wieder in die Flucht geschlagen. Die Weihnachtslieder dröhnend aus allen Seiten und Ecken, und werden, denke ich mir, ebenfalls die Hirten verschrecken. Auch der Botschaftsengel hat bei sich gedacht, dass ihm das Frieden-Verkünden gar keine Freude mehr macht. Die Geschenke für die Lieben sind bereits schrecklich schwer. Überforderte Engel, selbst die Weihnachtsmänner mögen nicht mehr. Die Weisen aus dem Morgenland haben ihre Hilfsdienste bereits untersagt, sie das Heimweh nach Geborgenheit und Angenommensein plagt. Und eh wir’s uns versehen, werden wir wohl am Heiligen Abend bald ganz alleine an der Krippe stehen. Vielleicht so manch blöder Esel und die eine wie die andere dumme Kuh stimmen ein in unser Halleluja und suchen nunmehr vergeblich die Göttliche Ruh. Die Liebe darbt hier in der Krippe, zur nunmehr selbstgewordenen Bitte. Vor Kälte zitternd und lediglich auf Stroh gebettet, hat sie schon mit ihrem Tod gewettet. Hofft jedoch, wie sie es schon seit vielen Jahrzehnten macht, dass der Mensch endlich aus seinem Wohlstandstaumelschlaf erwacht.
Eveli Mani
(erschienen im "Steirischen Weihnachtsbuch 2007")
Die bunten Farben des Herbstes sind vergangen; leuchtendes Weiß bedeckt nun die Täler und Höhen. Von des Winters Kälte eingefangen erstarrt das Wasser der Bäche und Seen.
Über dem Land liegt winterliches Schweigen; nur vom Seufzen des Eises unterbrochen. Tannen unter der weißen Pracht ihre Wipfel neigen, um Zweige zu verstecken, die der Herbstwind hat gebrochen.
Die letzten Wildgänse fliegen in den Süden, ihr Ruf schwingt weit über das Land. Es scheint, selbst die Kälte lässt sie nicht ermüden, rastlos ziehen sie vorbei wie ein endloses Band.
Eiswind lässt Blumen auf Fensterscheiben entstehen; kunstvoller Schmuck, der zu schnell vergeht. Schneeflocken tanzen ihren Reigen und vergehen wie Geister, die der Wind bewegt.
Eiskristalle glitzern, Diamanten gleich, aus dem Weiß des Schnees hinein bis in die Nacht. Erschaffen ein wunderschönes Märchenreich, das der Silbermond bewacht.
Genieß´ den Zauber dieser Stunden, der dir widerfährt. Lass sie in deiner Seele leben. Sie werden dir von Gott gegeben, denn er ist es, der dir diese Märchenwelt gewährt.
Günter Claas
Nebelwolkenwalle über den Schneeweiten kristalligen Wäldern.
Kahle Sträucher am fröstelnden Fluss den verlassenen Wegen.
Nur ein kantatischer Wind weht über das Schweigen - den Augenblick Tag.
Betti Fichtl
Ich tropfte in den Ozean, fühlte sich an wie eine neue Worterfindung, war es ja auch irgendwie: du mit ein wenig Fleisch an den Knochen. Das aber alles so gut riecht, und ich nicht mehr davon ablassen würde, nie wieder, das war mir beim Lesen deiner ersten Zeilen nicht so ganz klar, obschon deine Worte von Anfang an mehr waren als schwarze Buchstaben. Manche deiner Sätze habe ich grün gemarkert, roch dann ein wenig nach Gras, frisch gemähtes, wie beim Fahrradfahren durch den Park mit eigens ausgehöhlten Nüstern, etwas feucht, wie alles, was schön ist, und nun les ich dich immer und immer wieder wie neu, kreiströpfig wie in diesen Ozean, der nie zu Ende schwingt mit seinem Wellengang, manchmal sogar hüpft er in eine andere Farbe, wie von selbst, wie alles, was gelingen will, von selbst mit einem davon hüpft – auf allen Wasse die dann, dort hinten, den Himmel ärgern – sprenkelnd…
Francois Celavy
Fremdworte im Tageslicht, wie Menschengesichter, die man nicht mehr wirklich sieht, weil sie einem so bekannt vorkommen. Dann der unbedachte Griff an die Schulter. Dann das Einfrieren des einstigen Gefühls. Es wird Nachmittag. Längst vermerkt, dass man sich zu weit verschoben hat, beinahe ein Sich-gehen-lassen, auf den Abend hin, um die Nacht herum, wie wenn man ein Päckchen einwickelt: den Herzschlag wegpackt. Später dann, wenn der Raps um sein Farbauge rankt, wie ein gutes Buch, das man sich für den nächsten Strand aufhebt und man plötzlich mit der flirrenden Hitze die Zeilen ins Meer schüttet… wir haben nun unsere Liebe erfunden und suchen nie mehr. Es bleibt nun alles in der Schwebe, unser Moment, der ständig sprudelt.
Francois Celavy
Todeshauch im kahlen Raum auf dem Tränenstrom der Trauer.
Vor dem Sarg unter einem hohen Kreuz und Priesterworten zum letzten Geleit.
Was bist Du Mensch Dir gab Dein Schöpfer der Allmächtige ein Leben und ruft Dich ab mit einem Gedenken im Sarkophag der Zeit.
Betti Fichtl
Wortreich doch nichtssagend sich selbst genügend hört er nur sich Wahlkampf.
Werner Bühler
Den Augenblick ins Herz schließen. Ach wie schön. An einer Bushaltestelle nimmt man manchmal die Welt nicht mehr ernst. Und dann das. Auf einem Zettel aus der Tasche, hinten an der Hose, ein heimliches Bekenntnis, von der nur die Welt was wissen soll. Gleich auf dem Fußballplatz bei den Halbtoten das gleiche Stammeln. Da erinnerte er sich gern an seinen Zettel in der Hose.
Francois Celavy
Ich kannte sie alle Die kleinen Buchten rund um die Förde Wir lagen am Strand, so dicht beieinander Vertrauten unsere Träume den Wolken an
Sprangen von den hölzernen Pfosten Wer kann's besser: du oder ich Spuckten weit aus Nur so zum Zeitvertreib
Dir schauten die jungen Helden tief in die Augen Dein roter Schopf fiel auf Hielt mich in deinem Windschatten Für mich warst du stark
Als die Zeit der Reife kam Verloren wir uns und die Jahre zogen ins Land
Und gerade heute, wo der Herbst wieder Einzug hält Der Flug der Schwalben Melancholie vorankündigt Denke ich an dich, deren Hand ich so gern' hielt
Sabine Fenner
Am frühen Morgen war das Tal voll Nebel doch nun – zur Mittagszeit – erschien die Sonne mit ihrer Strahlen, die uns wärmen. Sie lockt hinaus. Im Garten schau ich zu wie sanft im leichten Wind ein Blatt zu Boden schwebt.
Von Ferne leises Brummen von der Autobahn - gleichförmig, unaufhörlich. Dann immer wieder lautes Dröhnen: „Übungsflüge“.... Und wieder Ruhe. Nur letzte Bienen noch, die späte Blüten suchen.
Werner Bühler
Im Internet habe ich gelesen dass sich ein Drogenboss 78 Gesichtsoperationen unterzogen hat.
Die Polizei soll ihn nicht erkennen.
Die Polizei soll ihn nicht kriegen.
Sie schreiben auch dass der Drogenboss 300 Menschenleben auf dem Gewissen hat.
Der Drogenboss stammt aus Südamerika und er hat unter anderem auch viele Konkurrenten, die ihm im Weg waren, aus dem Weg geräumt.
"Gott ist allwissend", sagt der Priester und ich denke an den Drogenboss, der sich mit seinen 78 Gesichtsoperationen vielleicht vor der Polizei, aber nicht vor Gott verstecken kann.
Alfred Zoppelt
Silberne Zungen der Sehnsucht küssen die Nacht das Geträumte zur Panflötenmusik des Windes.
Es bleibt in ihrem Schosse nur.
Betti Fichtl
Es war einmal ein schwarzer Kater, der war kastriert und niemals Vater. Er war schwarz, sein Auge zu, er sagte miau und niemals muh.
Angelika Hüneborg
Er sei in einen Dreck hineingeraten Jetzt nennen sie ihn auch so
Verschmutzung der Gedanken von ganz oben, sagte er niedergeschlagen...
Verschlagenheit und materieller Reichtum! Passen sie zusammen? - Nie besser als heute ...!?
Walter M. Stütz
Braune Blätter rascheln um Schritte strassenbestäubt.
Die Lüfte erstarren die Äste und kühlen die Schattensonnen.
Ihr Himmel bedüstert und schmälert die Tage dehnt die Nächte.
Müde geworden verneigt sich das Jahr vor dem Ende.
Betti Fichtl
Deinen Schutt an Vorbeutungen werd ich dir noch austreiben. Mein Handlangerdasein hatte plötzlich seinen Abgrund verloren. Und wenn es im Bambusstrauch raschelt, jetzt, dann wird eine noch unentdeckte Sonnenblume herauslächeln. Damals, erfroren, mitten im Sommer. Alles hat mit nichts zu tun. Den Rest kann Kant ausbaden. Ich weiß gar nicht, ob sein Pudel schwarz oder weiß war. Es stürzt sich eh alles Schöne aus Tränen. Tiefe ist immer feucht (humores). Dein Atem trifft mich immer noch unterm Haaransatz. Da wächst was ins Hirn. Wo will ichs abschneiden. Will ichs überhaupt. Schreit nicht eh alles nach dir. Wassereimer, Farbkübel: Sehnsucht. Hätte nie gedacht, dass ich mich in dein Herz einschreiben könnte. Nun lass ich meine Haare wieder wachsen.
Willi van Hengel
1. Akt: keine Zugabe Der Applaus stürzte auf mich ein, nachdem der letzte Akkord auf der Gitarre verklungen war. Na ja, was heißt 'stürzte auf mich ein'?! Sagen wir: die 25, die direkt vor der Bühne standen, bejubelten mich, was das Zeug hielt. Natürlich waren es auch die 25, die immer zu meinen Konzerten kamen. Die anderen unterhielten sich lautstark an der Theke. Ich kannte sie alle schon persönlich und begrüßte die meisten von ihnen per Handschlag. Der Applaus verebbte dann doch schneller, als er gekommen war, und ich kündigte meinen letzten Song an. Nachdem ich meinen letzten Titel gespielt hatte, verbeugte ich mich und bereitete mich auf die Zugabe vor. Das Verhängnisvolle war nur: Niemand wollte eine. Alle drehten, miteinander redend, langsam den Rücken zur Bühne, während andere sich in Richtung Theke in Bewegung setzten oder fluchtartig aus dem 'LOGO' rannten. Das war der Name des Ladens. Ein alt eingesessener Club in Hamburg, der immer noch zu den Besseren gehörte. Ganz im Gegensatz zu mir - das war mir heute Abend klar geworden. Ich wischte mir meine verschwitzten Haare aus der Stirn und versuchte verzweifelt, mir mit einem Feuerzeug ein Bier zu öffnen. Es gelang mir erst beim dritten Versuch. Selbst das ging mir schon mal lockerer von der Hand. Keine Zugabe! So schlecht meine Gigs auch immer gewesen sein mögen, irgendein Penner wollte immer irgendeine Zugabe. Nur HEUTE nicht. Die Zeiten waren auch mal anders gewesen. Vor knapp 20 Jahren hatte ich einen Nummer-1-Hit! Ja, genau! ICH! Kaum zu glauben, aber wahr! Ich war umschwärmt. Fernsehsendungen rissen sich förmlich um mich. Gut, es gab damals sicher nicht so viele Sender wie heute, aber nach einem Auftritt kannte dich halb Deutschland. Doch wie heißt es so schön: Glück und Glas, wie leicht bricht das. Und so kam es dann natürlich auch. Ich hab' danach so ziemlich alle Höhen und Tiefen miterlebt, nur: so wie es mir jetzt ging, konnte es wirklich nicht weitergehen. Ich war am Ende. Ich brauchte mir jetzt nichts mehr vorzumachen. Zu den Auftritten ins 'LOGO' kamen immer weniger Leute. Ich empfand es sowieso nur als Gnadenbrot, dass Eduard - der Boss des Clubs - mich vor knapp einem Jahr anrief und mich fragte, ob ich nicht jeden Monat einmal in seinem Laden spielen wolle. Ich nahm natürlich dankend an. Am Anfang lief es ja auch noch ganz gut. Leider wurde ich immer schlechter und immer versoffener. Ein Typ von irgendeiner Plattenfirma war irgendwann mal da gewesen und meinte, ich solle mehr Songs schreiben und weniger saufen. Ich hab ihm natürlich einen Tritt gegeben. Mit der Zeit glaube ich allerdings, der Typ hat Recht gehabt. Mit Sicherheit sogar. Langsam ging ich in die Hocke und ließ mich auf einen der Stühle fallen, die in der Geradrobe herumstanden. Ich holte tief Luft, beugte mich nach vorne und angelte mir noch ein Bier vom Tisch. Gerade, als ich es ansetzen wollte, flog hinter mir die Tür auf und ich zuckte zusammen, wobei ich mir meine Hose bekleckerte. Eduard knallte die Tür mit dem Hacken wieder zu und setzte sich schnaufend an den Tisch mir gegenüber. Er lächelte mich an, wobei wir beide wussten, dass der Abend super Scheiße gelaufen war. "Ich konnte die Groupies gerade noch abwimmeln, und die anderen sind auch schon los." Mit anderen Worten: 'Der Laden ist leer, und du warst Scheiße, Mann!' Eduard schob 55 Euro mit einem Schulterzucken über den Tisch in meine Richtung. "Mehr ist nicht drin, Alter." Ich wischte das Geld vom Tisch und schob es mir in die Tasche. "Ich weiß auch nicht, was mit mir los ist, aber im Moment hab ich einfach keinen Run." Eduard zog die Augenbrauen hoch. "Du hast keinen Run? Alter, mach die Augen auf. Du bist wirklich kein so schlechter Songschreiber, aber du bist kein Genie. Und das, was du noch auf der Pfanne hast, versäufst du. So sieht's aus!" Er stockte für einen Moment. "Außerdem, und das vergiss nicht, bist du nicht mehr der Jüngste." Dann legte er mir seine Hand auf die Schulter. "Weißt du, ich kann dich nicht weiter engagieren. Das wird peinlich. Mach einfach mal 'ne kleine Kreativ-Pause, und ich melde mich in ein paar Monaten wieder bei dir." Ich musste diesen Abend wirklich Scheiße gewesen sein. Er stand auf und sah mich etwas mitleidig an, was ich mit einem trotzigen Blick quittierte. Nein, so schlecht ging es mir ja nun wieder auch nicht, dass mich ein Typ wie Eduard bemitleiden musste. An der Tür blieb er stehen und drehte sich zu mir um: "Wenn ich sonst irgendetwas für dich tun kann, also ich mein..." Während ich beim Aufstehen mein Bier leerte, drehte ich mich zu ihm. "Da wäre noch was." Eduards Gesicht versteinerte sich. "Kann ich mit dir noch ein paar Bier und Jägermeister am Tresen kippen? Zum Abschied so zu sagen. Das letzte Konzert." Eduard schlug mir lachend auf die Schulter. "Komm mit, alter Junge, das liegt sicher noch drin." Als wir uns beide in Richtung Tresen bewegten, flog mein Blick noch einmal durchs leere 'LOGO'. Nicht mal die dicke Anna lauerte hier irgendwo auf mich, wo doch auf SIE immer Verlass gewesen war. Ob ich wollte oder nicht, für Anna blieb ich der Star von damals. Den, den sie aus dem Fernsehen kannte. Und ich war auch der einzige aus dem Fernsehen, mit dem Anna je im Bett gelandet war. Aber selbst SIE hatte sich heute verpisst. "Prost, Jacques!" "Prost, Eduard" Stunden später, so gegen drei Uhr nachts, stand ich schwankend vor dem 'LOGO'. In der linken Hand hielt ich meinen Gitarrenkoffer und starrte in das Schneetreiben. Eduard hatte mir mehr als klar gemacht, dass ich eine Kreativ-Pause machen müsste. Ich stellte den Gitarrenkoffer kurz ab und holte tief Luft. Die kalte Winterluft schlug sich eine Bahn durch meine Lunge und ich sah eine fliegende Kreißsäge, die im Schneegestöber 20 Meter über der Straße längs schaukelte. 'Gott, bin ich voll', dachte ich und versuchte, diese Halluzination zu ignorieren. Aber es gelang mir nicht. Es erschien zu realistisch, wie sie sich in schwindelnder Höhe fortbewegte. Auf eine Gruppe von Menschen zu, die sich auf der gegenüber liegenden Straßenseite vor einem italienischen Restaurant versammelt hatte. Durch das Schneetreiben hindurch sahen auch die aus wie eine Fata Morgana. Wie ein Fernsehfilm mit schlechtem Empfang. Ich schnappte mir meine Gitarre und setzte mich in Trab. Die Kreißsäge schwebte auch gar nicht, sondern war an einem Seil befestigt, welches wiederum von einem Kran herunterhing, der wohl außer Kontrolle geraten war. Ich lief über die breite Grindelallee und winkte laut rufend mit meiner linken Hand, während ich mit der anderen meinen Gitarrenkoffer schwenkte. Gott sei Dank war um diese Zeit der Verkehr nicht mehr so stark. Der Wind aber heulte so laut, dass die Leute auf der anderen Seite mich nicht verstehen konnten. Die Kreißsäge blieb direkt über ihren Köpfen in etwa zehn Metern Höhe stehen. Ich stieß einen schrillen Schrei aus, der mich selbst verwunderte, und einer von den Leuten, die mit Hüten und langen Mänteln bekleidet waren, schenkte mir seine Aufmerksamkeit, indem er sich zu mir umdrehte und in die Innenseite seiner Jackentasche fasste. Das beunruhigte mich zutiefst und ich setzte zum Sprung an. Es waren vier Männer, die um zwei ältere Herren herum standen. Sie unterhielten sich scheinbar nur. Ich erwischte sie alle mit der vollen Breitseite meines Gitarrenkoffers und meines Körpers. Wir krachten förmlich zu Boden! Ich bekam gerade noch mit, wie die Kreißsäge mit lautem Getöse genau auf die Stelle knallte, wo die anderen gerade noch gestanden hatten. Für einen kurzen Moment sah ich in das überraschte Gesicht eines alten Mannes. Dann bekam ich einen Schlag gegen den Kopf und wurde bewusstlos. Gute Nacht! Es mussten wiederum Stunden vergangen sein, als ich in das lächelnde Gesicht eines Arztes sah, der mir zuzwinkerte: "Da sind wir ja wieder, Sie Held, Sie!!" Mit ausschweifenden Bewegungen, die seinem etwas zu groß geratenen Kittel sogar etwas Feenhaftes entlockten, schilderte er mir, dass ich ein Held sei, weil ich den italienischen Botschafter - er sagte mir auch noch den Namen, den hatte ich aber sofort wieder vergessen - aufopferungsvoll das Leben gerettet hatte. Es wurde tatsächlich ein Anschlag auf ihn verübt. Der Botschafter ließ sich entschuldigen, er hätte wirklich seinem Lebensretter gern noch die Hand geschüttelt, aber einige Termine ließen sich nun mal nicht verschieben. Doch, versicherte mir Oberarzt Heuser, hat er sich meinen Namen aufschreiben lassen und all meine Daten. Er wird sicherlich von sich hören lassen.
Carsten Pape, aus dem Buch „Kreativ-Pause“, Holzheimer Verlag
Flucht aus den Ritualen und Zwängen ein Traumland lang.
Gelöst von den täglichen Ketten das Gewollte nur tun frönen dem Schönen frei sein nicht Marionette.
In einem Elisium der Illusionen.
Betti Fichtl
Der Frieden wie der größte Streit, hat seinen Platz in unsrer Zeit - egal ob nah, egal ob weit - auch wenn es scheint wie Ewigkeit.
Was sein wird und was einmal war: Unendlichkeit ist unmessbar - sie dauert mehr als hundert Jahr, Millionen und Milliarden gar.
Zu messen unsre Zeit, den Raum an Ewigkeit? - das bleibt ein Traum. Versuchs, und merk: du schaffst es kaum - erkletterst nie der Zeiten Baum.
Doch soll das die Begründung sein, dass alles hier ist bloßer Schein, nur weil wir Menschen sind so klein? Zu solchem Irrtum sag ich Nein
Werner Bühler
Diamantene Nacht mit wispernden Lüften über den Arkaden des Glücks.
Sie zeigen die besternten Stunden schwebend zwischen Himmel und Erde.
Bis Du wieder kehrst.
Betti Fichtl
Stehen Wolken am Himmel, bedrohlich und dunkel suche Schutz und Zuflucht bei Freunden. -
Doch freue dich über den Regen, denn den braucht das Leben und bedenke auch die Kraft des Windes, er bringt nicht nur Wolken, er treibt sie auch weg.
Drum mach dir Sturm und Regen zum Freund.
Werner Bühler
...bis dass der Tod uns scheidet. Wessen Tod? meiner? deiner? oder der unserer Liebe?
Für unser Leben haben wir die beste Medizin. Aber wo ist der Arzt für unsere Treue, unser Vertrauen. unsere Liebe?
Werner Bühler
Er stieg in den Zug ein und schaute sich um, wie man sich halt nach einem freien Platz umschaut, und davon gab es eigentlich genügend. Aber dann ging er zielstrebig an einigen unbesetzten Sitzen vorbei, legte seine Tasche über mir ins Gepäckfach, schaute mich an und setzte sich mir gegenüber. Schnell merkte ich, dass er wohl ein Gespräch suchte, denn er blickte mich ein wenig fragend an. Nun, ich war nicht am Lesen, wie sonst meistens, wenn ich mit dem Zug unterwegs bin. So war ich durchaus zu einer Unterhaltung bereit. Gespannt erwiderte ich seinen Blick, neugierig ob er wohl eine Unterhaltung beginnen würde. Und tatsächlich, der Zug hatte Frankfurt noch nicht verlassen, waren wir mitten in einem Gespräch. Vielleicht weil er meinen erstaunten Blick wahrgenommen hatte, sagte er, sein erster Eindruck von mir sei gewesen, dass ich wohl ein gläubiger Mensch sei. Ein kleines Kreuz an meinem Hals hätte ihm das verraten, fuhr er fort. Das Kreuz wirke auf ihn echt und nicht nur als Schmuck. Nun ja, er hat ja recht damit. Was so ein kleines Kreuzchen bewirken kann.... Denn was sich dann entwickelte, war ein sehr intensives Gespräch über sein Leben, seine Erfahrungen mit Religion und Kirche, mit einem Pfarrer, der in seiner Jugendzeit wohl einiges bei ihm in falsche Bahnen lenkte durch sehr enge (und nicht nur nach der Meinung meines Gesprächspartners falsche) moralische Vorstellungen, die er vermittelte. Seine Entscheidung gegen die Kirche war auf diesem Hintergrund nur verständlich. Er ist in Slowenien aufgewachsen, kam dann als junger Mann als Gastarbeiter nach Deutschland, und lebt nun seit er im Ruhestand ist, zeitweise in Havanna, wo er auch grade her kam und zeitweise auch wieder in Slowenien. In Deutschland hält er sich immer nur einige Tage auf, wenn er auf der Durchreise zwischen seinen beiden Wohnsitzen ist. Ich hatte den Eindruck, dass er in erster Linie jemand suchte, der ihm zuhört und sich bemüht, ihn zu verstehen. Ein Punkt, mit dem er überhaupt nicht klar zu kommen schien, war die Frage nach ewiger Verdammnis. Denn genau das hatte ihm in seiner Jugend ein Pfarrer wohl eingebläut, dass jemand, der gesündigt hat und in der Nacht stirbt, auf jeden Fall in die Hölle kommt. Und was unter Sünde zu verstehen ist, war ihm damals wohl auch sehr klar gesagt worden. Zum Beispiel sei es damals schon Sünde gewesen, wenn ein Junge ein Mädchen an der Hand nimmt. („Denn damit fängt’s an“, habe man ihm gesagt.) Dass das Konzil dann in den sechziger Jahren das eigene Gewissen in den Vordergrund gestellt hat und nicht mehr nur objektiv feststehende Regeln und Normen, das war für ihn irgendwie schon ok, aber dann hatte er damit doch noch ein Problem: Wie kann es sein, dass jemand, der vor dem Konzil gelebt hat, nun in der Hölle ist, weil er sündig gestorben ist, und jemand der das Glück hatte, später zu leben, nicht verdammt ist, obwohl er die selben Dinge getan hat. Ich weiß nicht recht, ob er mit meiner Antwort etwas anfangen konnte. Ich sagte ihm, dass sich da mit dem Konzil nichts geändert hat, sondern, dass in den Augen Gottes die Dinge vorher wie nachher gleich beurteilt worden sind, auch wenn viele kirchliche Vertreter meinten, sie könnten das festlegen. Schließlich ist ER es, der entscheidet und nicht wir. Die Strecke von Frankfurt nach Würzburg war jedenfalls nicht langweilig, aber ein wenig anstrengend halt doch. So war ich dann auch froh, in Würzburg aussteigen zu können, wo ich drei Stunden Aufenthalt bei meiner Nichte eingeplant hatte.
Werner Bühler
Der Zeitzug rollt über die Erdengeleise.
Trägt die Generationen der Menschheit mit ihren wachsenden Genius den zerstörenden Keimen - vor dem großen Zifferblatt.
Und der Zeitzug rollt.
Betti Fichtl
Früher war a im Urlaub auf da Benedikt'nwand A Bundhos'n war sei typisch' Gwand Nächst's Johr mecht a a Kreizfahrt macha Des is doch zum Lacha
Ja, ja, da Hans, jetz spinnt a ganz
Früher hod a zur Brotzeit an Leberkas gess'n Des konnst heid bei eam vagess'n Heid muass Hummer und Kaviar sei Seine Klamott'n san vom Mooshamma und imma nei
Ja, ja, da Hans, jetz spinnt a ganz
Früher is a mit 'm Käfer rumg'fahr'n Heid braucht a an Porsche-Karr'n Damois hod a no zur Miete g'haust Heid hod a a Kitschvilla, mir graust 's
Ja, ja, da Hans, jetz spinnt a ganz
Früher war a ehrlich, zünftig und immer froh Jetz macht a Karriere, wer ko der ko Er geht über Leichen, Hauptsach 's Diredare stimmt De Quittung, de kriagt a bestimmt
Ja, ja, da Hans, jetz spinnt a ganz
Sei Resi is eam jetz nimma guat gnua Er mecht d' Scheidung und gibt koa Ruah Des junge Gmias, des is eam jetz liaba Dea äude Depp macht Sachan, mei liaba Schiaba
Ja, ja, da Hans, jetz spinnt a ganz
Des Haufa Geid hod da Hans ned g'wunna De Staatsanwaltschaft is eam draufkumma War a blos bescheid'n und ehrlich blie'm Jetz kockt da Hans im G'fängnis drin
Ja, ja, da Hans, ja, ja, da Hans ...
Hermann Bauer
Sichtbar ist der Weg in das Leben.
Gestaltlos ist die Zeit voller Wunschmelodien.
Sie outet sich langsam mit ihren Domnbak - Trommeln.
Betti Fichtl
Kanonen, stählerne immer irgendwie wichtigtuerisch und protzig herumstehende Ungetüme. Auf fahrbare Untersetzer, wie Panzer oder Selbstfahrlafetten beweglich gemacht, sind sie jederzeit und überall in der Lage, Angst und Schrecken zu verbreiten. Von herrschsüchtigen „Staatenlenkern“ und deren Generälen großsprecherisch als unverzichtbare Ordnungsfaktoren bezeichnet, haben sie eine ausgeprägte Fresssucht. Ihr Lieblingsfutter sind neben harter Materie, wie Häuser, ganze Straßenzüge, Bunker etc. auch Lebendiges. Neben Tieren jeder Art vor allem Menschen. Diese werden, lange vor dem Ausbruch des Konfliktfalles, so nennt sich die Situation, in der die Ungetüme ihre Daseinsberechtigung nachweisen müssen, durch massive Propaganda zur Massenproduktion von Nachkommen, eben Kanonenfutter, angestachelt. Wenn genug heran gewachsen ist, werden sie in großen Scharen zusammen getrieben, splitternackt auf ihren Gesundheitszustand geprüft und ggf. zur Verfütterung frei gegeben. Einheitskleidung in Einheitsfarbe macht sie für die Kanonen als Futter leichter kenntlich. Es soll kerngesunde Teilnehmer geben, die mit begeisterten Hurra-Rufen an solchen Fütterungsaktionen teilnehmen, wohlgemerkt als Futter. Damit haben sie sich posthum den Heldenstatus erworben.
Johannes Bildau
Da Hans von Graxnstoa Der is jetz ganz aloa Sei Resi hod da Buidog zamg'fahrn Jetz hod a an Hass auf jed'n Karr'n
Am Hanse is sei Haisl abbrennt Damois is a um sei Leb'n g'rennt Da Stoi is eam Gott sei Dank no blie'm Da Pfarra hod g'sagt: Hans, des is ned so schlimm
Am Hans is vareckt sei beste Kua Da Deifi gibt einfach koa Ruah Wia lang soi des Pech no dauern An jed'm Eck duad 's Unglück lauern
Da Hanse hod se an Hax'n brocha Jetz kummt a mit de Kruck'n daherkrocha Im Wirtshaus trinkt a auf bessere Zeit'n Und tramt von am Hof und Pferdl zum reit'n
Da Hans spuit jetz Lotto Er sogt: Des is bessa ois Toto Ea mecht an Haufa Geid g'winna D' Leit sog'n: Jetz duad a spinna
Da Hans is wirkle a arme Sau Sei Hoor is scho ganz grau Sei Leb'n werd boid vorbei sei' Dann muass a in de Hoizkist'n nei
Hermann Bauer
An Ranz'n hob i beinand' Es is a wahre Schand Sogor zum Schuabandlbind'n muass i mi obschind'n
Do kummt ma de Fast'nzeit grod recht I denk ma, des is ned schlecht D's Bier bleibt im Keller Dann gehts Abnehma schneller
Bläd is', wenn i vorm Fernseher hock und sieg de Weabung von Bier und Bock Dann denk a ma, oa Bier war jetz' guad I brich mein Vorsatz, danoch hob i a Wuat
Bläd is', wenn da Sepp vorbeikimmt und an Ries'n Durscht mitbringt Er sogt: A poor Bier macha nix aus Aber 's G'wicht geht wieder nauf
Bläd is', wenn i auf a Geburtstagsfeier bin Dann denk a ma, i glaab i spinn Alle schlemma und saufa Wein und Sekt Und i wer' mit mei'm Mineralwasser dableckt
Bläd is', wenn i im Biergarten bin Und in mei'm Kruag is blos a Apfesaft drin Dea schaugt zwar aus wia a Bier Blos so richtig bsuffa werst da nia
Schee is', wenn de Weihnachtszeit kummt Dann san ma ausnahmsweis Lebkuacha vagunnt Obnehma konn ma ja wieder in da Fast'nzeit Aber bis dahin is no so weit
Hermann Bauer
Das Leben läuft mir Marathon und ich komm kaum noch mit. Der Puls rast schneller schon bei jedem kleinen Schritt.
Es scheuert Stoff trotz wet-and-dry an meiner wunden Brust. Zu Anfang läufst du dich noch frei, jetzt läufst du, weil du musst.
Das Leben läuft in einem Pulk von gleichgesinnten Massen. Was anfangs aussah wie ein Ulk, bekommst du kaum zu fassen.
Das Leben läuft bestimmt ins Ziel, bei dir ist’s nicht gewiss. Zu ernst und wenig Fahrtenspiel: gleich Muskelfaserriss.
Das Leben läuft auch Hermannslauf, die Strecke hat mehr Kürzen. Dafür geht’s ständig runter, rauf. So gibt’s kein Überstürzen.
Ich will kein müder ‚Walker’ sein mit Stöcken durch die Stadt. Für jeden Kilometerstein nehm ich ab jetzt das Rad.
Franziska Röchter
Bruno hod a g'hoaßn Da Problem-Bär Da Schnappauf hod 'n abschiaßn lassen So a Sauerei!
Der nächste Problem-Bär War da Stoi-Bär Endlich is er z'ruck'tretn Gott sei Dank!
Und da neie Ministerpräsident? Werd des a Problembär oder Schadbär? Da Beckstoa - ja pfüa de Gott So kriagt Bayern nia a Demokratie!
Hermann Bauer
Blaudunkle Wolken im silbernen Sternenlicht wölben sich über Dir.
Sie sind die stummen Bewunderer Deiner Schönheit.
Du erblühst nur für sie - Königin der Nacht.
Betti Fichtl
Des Frühlings Farbensinfonie beglückt mich Tag für Tag aufs Neue Des Gartens reiche Farbenpracht ist es, worüber ich mich freue. Das frische Grün, leuchtendes Gelb, das zarte Rosa unsrer Bäume auch rot und blau und violett, ja – wunderbare Blütenträume.
Werner Bühler
Der Mohn ist aufgegangen Die roten Rosen prangen Das ist doch wunderbar Hast du im Garten denn schon Gesehn den Rhododendron? Der blüht so schön wie jedes Jahr
Werner Bühler
Ein Andante piutosto grave streichen die Bögen über die Violinen und die Zeit zeigt sich mit einem Lächeln.
Im Stakkato bricht die Musik vor den Dombak - Trommeln sie machen Angst.
Nichts bleibt wie es war.
Betti Fichtl
Sie war eine von uns. Wir haben sie in die Erde gelegt. Hunderte gaben ihr letztes Geleit. Wir haben gebetet für sie und „für den aus unserer Mitte, der ihr als nächster folgt“. Tränen der Trauer, Worte des Trostes, schweigendes Gedenken. – Wind weht sanft durch die Bäume und Vögel singen vom Leben.
Werner Bühler
Souverän sein heißt ja nicht, sich vor anderen als etwas Besseres vorzukommen, sondern jedem so zu begegnen, wie man ist. Mit der Ehrlichkeit und der Wahrheit, die man nicht mehr wagen muss: mit all dem Widersprüchen, die man in sich ungezügelt aufgehen lässt, mit all den Gesichtern, die von innen reifen… Zu seiner Schande müsse er gestehen, sagte Edmond dann mit leicht zitternder Stimme – zitternd deshalb, weil die Ereignisse und Eindrücke des Tages wahrscheinlich etwas zu viel für ihn geworden sein könnten -, dass es eine Zeit gegeben habe, eine sehr lange sogar, in der er sich selbst nichts wert gewesen ist. Und genau in dieser Zeit sei Vera ihm mit ihren schönen braunen Augen hinterm Tresen erschienen… und nun werde es nicht mehr lange dauern, ein halbes Jahr vielleicht, bis er mit allem fertig sein wird, was ihn fertig machen wollte. Dann werde er sie zufällig irgendwo treffen und zum Kaffee einladen und nichts sagen, nicht einmal ciao Bella, bleib so, wie du bist, vor allem aber da, wo du bist, und erweise deinen vielen Spitznamen alle Ehre; ich wünsche dir weiterhin alles Gute mit deinen Viertelwahrheiten, die wir nun nicht weiter diskutieren wollen; du bleibst eine hautferne Erinnerung, eine Episode halt; dein entjungfertes Herz ebenso wie deine vielen Männer gehören nur dir allein, wie der große Rest, der gegen unendlich läuft, vielleicht wie gegen Windmühlen; dein Verhängnis ist abgewetzt, dein Schicksal wird nur noch klein geschrieben, und auch deine Krankheiten überzeugen nicht mehr, sie taugen kaum mehr zu einer Tragödie zweiter Klasse… Ciao Bella! Der leichte Anstieg des Feldweges hinter sich gebracht habend, ließ Edmond sein Auge über das weite Land schweifen. Der blaue Fleck da drüben, stieß er Geoffrey an, während er mit dem Zeigefinger dorthin wies, das ist Onkel Ferdinand in seiner Arbeitsjacke auf seiner selbst zusammen gezimmerten Holzbank, da unter der jungen Weide. Der kleine Traktor stand nicht weit von ihm entfernt. Ihrer beider Lächeln traf sich über dem benachbarten gelben Rapsfeld. Edmond freute sich, wie immer, wenn er seinen Onkel sah. Der sah in seinem Alter immer noch so aus wie ein italienischer Gigolo, pechschwarz sein gekräuseltes Haar, nur hier und da eine graue Strähne, und von südländischer Bräune sein Teint; allein einige Falten hatten sich in ihm eingegraben. Edmond setzte sich neben ihn auf die Bank. Beide blickten gemeinsam wortlos über die Wiese zum Fluss hinaus und hinauf auf das rote Gestein des Russenberges, der seinen Namen wegen dieser Russen, die nach dem zweiten Weltkrieg den ganzen Berg aushöhlten, um in ihm ein riesiges Waffenarsenal zu errichten, erhalten hatte. Zum Glück, sagte Ferdinand dann in die Weite hinein, sind die Russen nun weg. Genügsam ließ er seine Stimme ausklingen. Die Stille bettete sie in viele fröhliche Geräusche, wie Natur. Was aber nur so schien, weil es mehr war. Es war wie die Stille der vielen Leben, die zu sich gefunden hatten. Dann sagte Ferdinand, dass er sich keinen schöneren Ort auf der Welt vorstellen könne als diesen hier, an dem alles miteinander eins wird und alle Sehnsüchte endlich ganz erdwarm. Er ist, wurde Edmond klar, wirklich zu einem honnête homme geworden, der es nicht mehr nötig hat zu lügen und zu heucheln und falsch zu lachen. Betrügt sich nicht einmal mehr selbst. Lebt sich aus in seinen taubenfüßigen Wunden und will nicht mehr geleckt werden, denn wahre Liebe bewegt sich nur in seinem Schatten. Da hörte Edmond von ihm die kleine Geschichte vom Güterzug. Denn, so begann Ferdinand die ersten Worte aus seiner Kehle heraus zu räuspern, schon als Kind wusste ich, egal durch welche Städte, Länder oder Frauen es mich führt, dass mein Leben mich hierhin wieder zurückführen wird, hierhin, wo ich schon als Kind die Waggons der Güterzüge gezählt habe, die die Eisenrohre und allerlei verrostete oder silberblitzend neue Teile zum Stahlwerk im Nachbarort transportiert haben. Das Werk, wo sie hinfuhren, hieß Max braucht Schrott. Meistens, nach zwei oder drei Stunden, kam derselbe Güterzug – erkannt habe ich ihn an der Lok – mit den vielen Waggons, diesmal aber unbeladen, hier wieder vorbei. Und ich wusste sofort, ob nun ein Waggon dazugekommen oder abgehängt worden ist. Das Schönste aber war, dass die Dampfloks in regelmäßigen Abständen laut zischend eine volle Ladung weißen Dampf durch das enge Rohr in die Luft pfiffen. Ich glaubte damals, und eigentlich tu’ es heute immer noch, dass mich der Zugführer auf diese Weise grüßen wollte. Vielleicht wollte er mich sogar mitnehmen, irgendwohin, wo ein Traum auf mich wartet. Weit weg von hier, weit weg von mir. Das regelmäßige Klacken der Eisenräder auf den Schienen schubste mich in mein Alleinsein, was ich aber nie wirklich gewesen bin. Ferdinand hielt kurz inne, während er sich genüsslich in die Rückenlehne der Holzbank zurücklegte und tief durchatmete, als bestäube er mit seinen vielen Erinnerungen und Gedanken das weite Land um sich herum. Selbst der bluttrockenrote Felsen des Russenberges schien andächtig zugehört zu haben. Dann sagte er mit Tränen in den Augen: Träume wollen uns daran erinnern, dass wir eigentlich irgendwo anders leben.
Francois Celavy
Was kommt im Mai? ein jeder weiß es: Das sind die Heiligen des Eises. Das ist der Grund, warum im Garten man sollt, mit Bohnenlegen warten.
Doch was ist los? Statt Kälte Hitze, und statt des Eises auch noch Blitze? Ist das das rechte Maienwetter? sind da vertauscht Kalenderblätter?
Ich stehe ratlos und erzitter jetzt beim Eis-Heil'gen-Gewitter und frag, ob dann im Sommer kommen die Heiligen zu ihren Frommen.
Werner Bühler
Dein Antlitz in Schattenmonde hält die Nacht in den Wänden.
Du verließest mich und bist nur noch Vision einen gelebten Episode in der virtuosen Kammermusik einer Liebe.
Betti Fichtl
Betörend steigt ein Duft in meine Nase ein Frühlingsduft – der Flieder blüht und wenn ich dann die Augen beide schließe die Seele manches besser sieht. Der Duft des Flieders kann Erinn’rung wecken an Kindertage – längst vorbei. Die Blüten leuchten heute lilafarben grad wieder so, wie einst im Mai.
Werner Bühler
Tulpe feuerrot umringt von Dornenhecken nach Liebe fragen
Manuel Göpferich
Manchmal fehlen mir einfach die Worte zu sagen, was ich fühle, seh' und erlebe, zu erzählen meine Gedanken sie festzuhalten für mich - und für dich
Oder ist es ganz anders? Vielleicht hab ich die Worte und mir fehlt nur der Mut, sie zu sagen...
Vielleicht.
Werner Bühler
Das Taxi näherte sich dem Flughafen. Jürgen Steiner war während der frühen Fahrt eingenickt und dämmerte im warmen Wagen vor sich hin. Er hatte einen angenehmen Tag vor sich, einen beruflichen Besuch in der Frankfurter Niederlassung. Keine Probleme in Sicht. Ein guter Tag. Und die Tage darauf waren frei. Freitag bis Montag. Zwangsurlaub; sein Chef hatte ihn dazu verdammt. Zu viele Resturlaubstage, hieß es, verfallen sonst. Stimmte sogar, er hatte sich auch in dieser Hinsicht wie ein Arbeitstier benommen. „Welches Terminal?“, fragte der Taxifahrer. Steiner schlug die Augen auf und antwortete mechanisch, „Terminal 2, Abflug, Lufthansa“. Wie üblich. In diesem Augenblick bog das Taxi in die Kurve ein, die in einem weitem Bogen über eine Brücke auf den Flugplatz zuführte. Er erblickte das dunstige Rollfeld. Die erste Maschine, die er darauf ausmachte, war die weiße Air-France, die von hier aus nur ein Ziel kannte: Paris! Bei diesem Anblick schnürte sich seine Brust in ein und demselben Augenblick erst zusammen, dann erweiterte sie sich ins Unendliche. Die frühe Morgenmaschine nach Paris! Jedes Mal, wenn er an Paris dachte, sah er ein bestimmtes Gesicht vor sich. Als sie sich vor fast 25 Jahren in Paris getrennt hatten, schien es einfach vorbei gewesen zu sein. Jeder ging am Gare Montparnasse in seine Richtung davon. Selten hatten sie noch etwas von einander gehört, einzelne Postkarten geschrieben. Aber Steiner erinnerte sich seitdem immer wieder an den Augenblick am Ende ihrer letzten Nacht, als der Morgen durch die angelehnten Fensterläden in die Wohnung im dritten Stock mitten in Paris hinein lugte. „Eines Tages, wenn du schon lange nicht mehr an mich denkst, komme ich plötzlich hierher nach Paris und werde einfach da sein!“ Das hatte er damals so zu ihr gesagt. Er wusste noch jedes Wort. Sie hatte ihn angelächelt und ihren Arm um seinen Hals gelegt. Auf einmal ernst geworden, hatte sie geantwortet: „D’accord. Einverstanden“. Er streckte sich, so gut es im Taxi eben ging. Er lächelte vor sich hin, sein Entschluss stand fest: Statt heute Abend nach Hamburg zurück zu kehren, würde er, so wie er war, direkt von Frankfurt nach Paris fliegen. Ohne Gepäck. Einfach abwarten und sehen, was passieren würde. Einfach einmal nur sein, einfach da sein.
Wolfgang Bremer
Genauso wie schon manches Jahr sehn wir sie jetzt in voller Pracht: das frische Grün mit weiß und gelben Tupfen und außerdem auch rot und blau – bunt wie das Leben sind die Wiesen. Ein Duftgemisch Von Blumen und von frischem Gras...
Vom blauen Himmel tanzen sanft im Wind viel kleine weiße Flöckchen als Kirschenblütenfrühlingsschnee
Werner Bühler
Wer wird nach deinen Spuren suchen Und deinen Namen rufen
Wer erinnert sich noch an die Worte Auch Bücher können brennen
Wer wird deinen Mund berühren Vielleicht ein Wind... wird es dieser sein
Wer wird in deine Augen schauen Sahen sie doch die Schönheiten dieser Welt
Wer wird die Furchen ziehen für die Saat Das Brot will gebrochen sein
Wer wird noch das Wort verkünden Die Hoffnung benennen
Wer wird die Segel setzen und den Fang einholen An dem Tische saßen die Jünger
Wer wird noch all die Lieder singen Zum Tanze aufspielen, dreh dich im Kreis
...all den "Großen" dieser Welt ein Erbe sein
Wer ist es wert, all das zu bewahren Deine Füße tragen eine sterbliche Hülle
Sabine Fenner
April, April - der weiß nicht, was er will!
Ist das denn wahr? Mir wurde heut ganz plötzlich klar,
wie's wirklich ist: Er hat ein Ziel und voller List
macht er ganz schnell die Bäum im Wald schon grün und hell.
Er denkt dabei: "Bleib ich April? Nein, ich werd' Mai!"
Werner Bühler
Du unglücklicher Poet Erwacht aus dem Traum der dich in Der Wirklichkeit einholte Und fast tötete.
Walter M. Stütz
Spanien! – Spanien? Wie: Spanien? Spanien, das war der einzige Blackout meines Lebens, aber so richtig. Das Wetter war schön, wie es dort wohl allgemein üblich ist. Ich kenne jedenfalls nur Fotos mit Sonne drauf. Nette Leute, und dann diese Feier. E viva Espagna. Eigentlich so eine übliche Touristenfeier mit furchtbarer Musik und haufenweise fröhlichen Urlaubern, darunter natürlich herrlichen Frauen, so sage ich heute, damals hätte ich natürlich Mädchen gesagt. Lumumba hieß das, was wir getrunken haben, das war kalter Kakao mit Rum; und Bacardi Cola, das waren die Renner. Abends am Strand oder in den Hotelzimmern. Und dann dieses Fest mit den Sangria-Karaffen auf den Tischen. Verdammt süß, verdammt lecker. Viel getanzt haben wir, herrlich gefeiert, die furchtbare Musik war gar nicht mehr so ganz furchtbar. Vorher Sangria, zwischendurch Sangria. Danach überwiegen mehr die Erinnerungssplitter. In einer Disco ein Beinahe-Streit und mein Stuhl, der auf einmal verschwunden war und ich auf dem harten Fußboden ungebremst aufsetzte. In einem Hotelfahrstuhl mit meinem Urlaubskumpel Dieter sitzend endlos rauf und runter gefahren, bis man uns da raus geholt hat. – Dann der nächste Morgen. Mein erster Gedanke: Wo bin ich? Erstaunlich schnell darauf der zweite, fast philosophische Gedanke, der schon die großen Denker aller Zeiten bewegt hat: Wer bin ich? Nächste Sekunde: Uhhhh. Aber dann das Aufatmen: ich musste nachts nicht im Klo kotzen! Dann: ein Blick um mich herum im Bett; jetzt wusste ich, wieso ich nicht im Klo kotzen musste. Etwas später am morgendlichen Pool: wie gut es tut, dass meine Eltern nicht weiter fragten, sondern es mit einem Blick gut sein ließen. Den ganzen Tag dann mein bis heute bleibendes Spanien-Gefühl: wie gut es ist, nichts zu erledigen zu haben, einfach sein zu können. Mein heutiger Blick zurück: wie gut es gewesen ist, fünfzehn zu sein. Und in Spanien gewesen zu sein.
Wolfgang Bremer
Die Nacht ist geschwängert mit Träumen.
Sie gebieren auf Sterneninseln umflammt von ihrem silbernen Feuer.
Werden gestaltig - bleiben nur Träume
Betti Fichtl .
Trauerndes Glücksklee, sei meine Glücksfee Vier Blätter mit weißen Herzen Kann’s denn so schmerzen
Pflückt es voll Ehrfurcht Nahms mit im Schritt Schon beganns zu welken Ach wie bereut ich’s Den Tod schnellen Glücks.
Walter M. Stütz
Kapuzen tragend stehen sie im Regen im süßen Duft der Zigaretten
Pforzheimer Bahnhof bleibt in Erinnerung
Gnade lag im Dichten
warten auf die Traufe
Manuel Göpferich
Zunehmendes Licht
... o Ovid, öffne dich ...!?
Ab, ach hab acht, was dieser Monat gegenwärtig tatsächlich macht. Der Vogel fängt die Graupel im Gestöber göttlichster Trunk. Fenster weiß verbreit, ach Kinder wies im April noch schneit. Die frische Spur im Schnee verrät den Feind, der späht und theodisce Blutspur säht. So hart so derb so herb, gefrorenes Blut in diesen Körpern harrt, die Kalten Bauern, April, Pack sie am Kragen, daß sie erweichen ohne Klagen und versteiner dieses Seelengericht in E. Mit Ellen in den Wangen, statt des Rosensafts so lind, mein Kind, dies E., das blutklumpensteins Versagt, verschwind geschwind mit all deinen Psycho-Diploms in korrumpierten Hosen statt in Weibs- und Mannsgehirn. Biet ihnen die Stirn, den Geldvernichtern, die nichts wissen ob den Dichtern, die sie verdrängen und insgeheim im Stillen hängen. Willkür des April, hundert tausend mal menschlich er, und macht ewig was er will versus Abscheulichkeit, du Mensch.
Walter M. Stütz
Schier unendliche Weite auf sandsanftem Strand in meinen Ohren Musik – jahrhundertealt ist die Weise in stets wiederkehrenden Rhythmen sich wiederholendes Rauschen.
Komponiert von der Natur beständiges Spiel von Wasser und Sand – Ewige Sinfonie der Wellen am Strand dirigiert von den Winden des Meeres.
Dazu bei jedem Schritt den ich gehe Muschelgeknirsch - und über mir kreischen die Möwen....
Werner Bühler
Ein Morgen rutscht von einem Flügel der Nacht zartgrau im Auftakt eines einzelnen Vogels.
Meditiert taufeucht im blasssilbernen Sonnenaufgang zum Violento des Windes.
Visiell noch in sich gekehrt.
Betti Fichtl
Die Engel auf der Autobahn tun gar manchmal gut daran, all die Idioten zu entfernen, die die Regeln niemals lernen.
Sie gucken und sie gaffen, ein Benehmen, wie die Affen. Doch ist der Unfall erst passiert, man nach des Engels Hilfe giert.
Manch Engel leider kommt zu spät, vergebens wird er angefleht. Manche übertreiben's halt, zerstören 's Leben mit roher Gewalt.
Engel haben's oft nicht leicht, ihre Geduld scheinbar unendlich reicht. Schweigend führen sie durchs Leben, was können wir zum Dank ihnen geben?
Angelika Hüneborg
Goldblättrige Momente perlt das Glück und spannt die Schwingen.
Sie strahlen und küren mögen sie bleiben.
Betti Fichtl
Forsythien
Goldflieder, du feuriger Ölbaum im März.
Besprengst Auge und Herz blühen auf nicht ohne Schmerz.
Rührst süß ins Blut holde Gefühle, bist das Gelbe vom Ei in der Liebe.
Ach, wie ichs nur befriede so frisch diese Triebe.
Walter M. Stütz
Karfreitag... Angst?
Hoffnung dass es weitergeht und gut wird.
Vater, in deine Hände gebe ich meinen Geist -
Anklage... Angst?
Vertrauen dass es weitergeht und gut wird.
Vater, in deine Hände gebe ich meinen Geist - mein Leben.
Verurteilung... Angst?
Gewissheit dass es weitergeht und gut wird.
Vater, in deine Hände gebe ich meinen Geist - meine Zukunft.
Tod... Angst?
Leben das weitergeht und gut wird.
Vater, in deine Hände gebe ich meinen Geist - geborgen in dir Gott...
Ostern
Werner Bühler
Wir schafften beim ersten Versuche - und zwar mit fast keinem Fluche von Ort zu Ort heut den Transport der schweren Stücke der Buche
Sie sah noch nie die Ardennen, nur die Eifel lernte sie kennen darauf war das Holz ganz mächtig stolz - und doch muss sie nächstes Jahr brennen.
Die Wintertage die kalten soll sie mit Wärme gestalten. Sie ist schon zersägt, in Stücke zerlegt. Jetzt müssen wir diese noch spalten.
Werner Bühler
Kochertals Welland Man glaubt es kaum Motoren und Düsenjäger (dreißig Meter über Tannenspitzen) Den Verstand verloren Rasen als seien Straßen und Wege Schumachers Start- und Ziel im Wege.
Walter M. Stütz
Wer immer den gleichen Weg geht, weiß die Schönheiten am Rande nicht mehr zu schätzen.
Mary West
Mondlicht im Haar auf Deinem Gesicht um uns rezitiert die Nacht Liebesgedichte.
Betropft die dunkelblauen Momente mit Glück einen Steig sternenwärts.
Betti Fichtl
Polonaise des Schnees auf Schneeglöckchen und gesprossenes Grün.
Endet und verweht zu weißem Wolkenschaum auf einem blassen Sonnenstrahl zupft der Wind ein Vibrato zu den klassischen Weisen der angekommenen Vögel.
Im Wechselschritt des jungen Frühlings.
Betti Fichtl
Dunkle Metapher entzündetes Licht Vollmond der Tag wehrt gegen die Nacht die Nacht gegen den Tag die Hand gegen den Kopf der Kopf gegen die Hand
Walter M. Stütz
Warum warst Du nicht ehrlich ehrlich zu dir und zu mir
Warum hast Du mich benutz Benutzt, um auszubrechen
Warum hast Du mit mir gespielt gespielt weil Du dich selbst nicht fühlst
Warum hast Du mir nicht vertraut mir deine Sorgen anvertraut
Warum konntest Du nie reden über das was Dir fehlt
Warum musstest Du mir den Glauben an die Liebe nehmen nur weil Du nicht lieben kannst
Warum fehlt Dir der Mut deine Fehler einzugestehen
Warum bin ich es deinen Augen nicht wert um Verzeihung zu bitten
Warum will ich Dich trotz allem zurück
Warum?
Klaus D. Ebert
In die Sehschlitze der Borke Sticht züngelt der Schnabel Mit spähendem Kopf Vollendete Wachsamkeit.
Walter M. Stütz
Aufgehende Seele im hell gewordenen Tag über wachsendem Grün und Frühlingsblumen den Ständchen der Vögel.
Trinkt von den Lüften in sanfter Sonne hört dem Allegro eines Regens zu -
Und lächelt.
Betti Fichtl
Weder Staatsanwaltschaft Noch Kripo Konnten mich vernichten Doch du hast es geschafft Hast das Letzte was ich noch hatte Mein Selbstbewusstsein Und meinen Glauben An die Kraft der Liebe Komplett zerstört Das es die Frau ist Die ich liebe Die mir alles Aber auch alles nimmt Hätte ich nie Für möglich gehalten
Klaus D. Ebert
In diesem Jahr kommt es mir vor, so früh wie niemals noch zuvor: Die Krokusblüte will beginnen und ich fang an mich zu besinnen auf diese alte schwere Frage s ist jedes Jahr – die selbe Plage: Ob Ihr mir helfen könnt und wisst, wie es nun wirklich richtig ist? Wenn ich vor einem Krokus stehe Und neben dran noch weitre sehe: Ich weiß es nicht – ganz ungelogen: Der eine sagt: ja es sind Kroken? Der andre: Nein so kanns nicht gehen: Kroküsse, Kroki? gar Krokeen? Oder sagt man zu den netten kleinen Blüten jetzt: Kroketten? Oder heißt’s zum guten Schlusse am Ende doch: es sind Krokusse?
Werner Bühler
Wolken - Rhönräder in purpurnen Feuerzungen über dem Tagausklang.
Zerrinnen zu blauer Nacht und Schweigen.
Unantastbar an einer Ewigkeit.
Betti Fichtl
Krabbelt langsam zur Fensterwand Von der fliegt er geradenwegs flugs auf mein Gedicht wo er nun wohl in der Tinte sitzt wie im frischen Teer auf einer Straße.
Mit der Nadel angele ich ihn heraus Denn den lieb ich wie meine Maus währendem Auf zwei Beinen lacht sie mich aus.
Walter M. Stütz
Ist's denn wahr? Im neuen Jahr immer nur Regen pur? - 's ist kein Spaß: nass!
Ohne End vom Firmament Regen fällt In Wald und Feld - so ein Quatsch - Matsch! ------------ OH! Komm, schau! Himmelsblau! schön und hell! drum ganz schnell aus dem Haus raus!
Was mach ich, wenn es nicht regnet - mir kein einziger Tropfen begegnet? An Regen zu denken kann ich mir schenken, wenn Sonnenschein mich jetzt segnet.
Ja ueber den Waeldern den kahlen erscheinen nun sonnige Strahlen, um Wald und Flur, ja die ganze Natur mit neuem Glanz zu bemalen.
Zu meinem Glück sind noch die Socken trocken. Doch hier an's Fenster klopfen Tropfen Da kann ich Dir von Scheiben schreiben, die werden nun vom Wasser nasser. Und in des Regens Brühe: Kühe waten im Matsch Platsch! So ein Stuss- Schluss! Oh weh
Werner Bühler
Sag mir ins Gesicht Dass Du mich nicht liebst Sieh mir dabei Offen in die Augen Und ich geh für immer Auch wenn ich dir Das nicht glauben werde Bitterlich weinen werde Doch das muss dir dann ja egal sein, Denn dann Verschwinde ich endgültig Aus deinem Leben Für immer So wie ich Dich Immer lieben werde Solange ich lebe
Klaus D. Ebert
Im Schneckenhaus brennt niemals Licht - Ein solches Leben liegt mir nicht; Mir liegt viel mehr das Helle!
Des Schneckentiers Geschwindigkeit Ist mir zu lahm, sie kommt nicht weit; Mir liegt viel mehr das Schnelle!
Als Schnecke wär mir gar nicht wohl: Hier ein Salat - und dort ein Kohl - Dazwischen: lange Strecke.
Wenn ich es einmal eilig hab, dann nehm ich meinen Wanderstab, Und biege um die Ecke.
Werner Bühler
Ich fuhr mit der Bahn mal durch Minden, Da sah ich auch ein paar Linden und dachte mir: Dort ist an diesem Ort Intressanteres sicher zu finden.
Dass dies nicht ganz stimmt, weiß ein jeder. Drum mach bitte jetzt kein Gezeter. Ich schaute dort nur Grad mal auf die Uhr. An Linden dacht ich erst später.
Werner Bühler
Irgendwas hat es ausgelöst Den Knoten in mir zerschlagen Ich hab meine Zweifel abgelegt Was wahre Wunder bewirkt Denn nun beginne ich Meine alten Kräfte Zurück zu gewinnen Fühl plötzlich wieder viel mehr Und bin in der Lage Mit meinen Gedanken Kraft zu geben Bin wieder ein Wächter der Nacht Wie Dozor sie nennt
Klaus D. Ebert
Ein Gedicht von Werner Bühler
Dass ich Dich liebe Und immer lieben werde Ich kann nichts dafür Und daran Wird sich nichts ändern Solange ich Auf dieser Erde bin Du bist nun mal Das Beste Was ich in meinem Kleinen Leben hatte
Klaus D. Ebert
kein Moment gefangen :Leben fließt Zeit wird zu Raum wird zur Obsession und ohnehin habe wir keine Zeit sind nicht in der Zeit hassen und verachten
kein Erbarmen :Leben fließt kein Halten (Zeit vergeht)
II Harmonie
Seelenfrieden belogen Schmerzen verweilen Bruchstücke bleiben fügen sich
in diesen Stunden zur vagen Harmonie
III Liebe
Ideale der Liebe sterbend
inspirieren das Leben sterbend
und der Mensch folgt seinem Wesen
Manuel Göpferich
Das also war es nun, das Jahr das für uns voll Erwartung war. Was war das doch für ein Getöse zu feiern dieses Jahres Größe - Wir waren stolz auf den Beginn als wäre es ein Hauptgewinn.
Doch schaun wir's an, dies alte Jahr, s war fast genau, wie's immer war. Ich hab in all den Tagen, Stunden nicht viel besonderes gefunden. Es war nicht besser, war nicht schlechter; Die Welt, sie wurde nicht gerechter.
Nun ist's vorbei, nun ist's zu Ende. Ob wohl das nächste bringt die Wende? S wäre schön, in allen Bruderkriegen würde endlich die Vernunft mal siegen. Und alle Waffen würden rosten im nahen wie im fernen Osten.
Werner Bühler
Ein jeder Tag hat seine Plag? Das kann uns doch nicht schrecken.
Schau nur recht hin: mit wachem Sinn wirst Schönes du entdecken!
Werner Bühler
Eins ist klar: Vorbei ist's Jahr.
oder:
Das Jahr ist um: das ist dumm.
oder:
Bruder und Schwester feiern Silvester.
oder:
Wenn's alte Jahr euch hat gefallen, dann lasst getrost die Korken knallen!
Werner Bühler
Drei Wörter schrieb ich Auf ein blutiges Blatt. Ein Wort für dich, Ein Wort für mich und Das letzte Wort an das ungerechte Leben.
Für dich schrieb ich; Freundschaft, Die über unseren Tod hinausgeht, Die länger hält als die Ewigkeit!
Für mich schrieb ich; Heimat, Die ich nicht mehr habe, Die ich im Jenseits wieder finden werde!
Für das Leben schrieb ich; Sehnsucht, Die im Leben nie gestillt zu werden scheint, Die mich betrogen hat in jedem Pulsschlag Meines Lebens!
Felek Aytan
Heute weine ich Seit langem Zum ersten Mal Tränen Tränen des Glücks Denn mir ist Ein Licht aufgegangen Das mir gezeigt hat Was Liebe ist
Klaus D. Ebert
Den Dirigent ein jeder kennt; bekannt auch ist der Organist.
Zuerst fängt an hoch der Sopran; dann gibt der Alt dem Lied Gestalt.
Singt der Tenor, ist man ganz Ohr; und auf den Bass ist stets Verlass.
Werner Bühler
Die Frau suchte sich dann ein Revier aus und beschloss auf Männer Jagd zu machen.
Doch bald wusste sie nicht mehr ob sie die Jägerin oder die Gejagte war.
Alfred Zoppelt
Weißt Du noch, dass ich dir die Sterne vom Himmel holen wollte, Um unseren gemeinsamen Traum vom Glück zu erfüllen? Doch dann verdunkelte sich der Himmel zwischen uns Und Du gabst ihn auf, den gemeinsamen Traum Glaubtest nicht mehr an ihn, weil Du Einfach viel zu viel aushalten musstest in dieser Zeit
Doch heute Nacht streckte ich mich dem Himmel entgegen Weil ich immer noch an ihn glaube ihn geträumt hab Und ein Stern fiel in meine Hand, war noch warm und zeigte mir, Dass Träume nicht immer sofort in Erfüllung gehen Sondern nur dann, wenn man sie weiter träumt Nicht aufhört an ihn zu glauben.
Klaus D. Ebert
Sie sitzt dort, gedankenverloren sieht sie ihr Gesicht im Schein des Fensters. Ich schau ihr zu, eine Träne fällt und darauf folgen weitere - unaufhörlich!
Sie schaut abwesend den flimmernden Lichtern nach, sie spürt die Freude um ihren Körper. Ich schau ihr zu, auf ihren Wangen erkenne ich den Weg der Tränen.
Sie sitzt dort, weint traurig und schaut verwirrt um sich - fängt meinen Blick auf und weint noch mehr. Ich gebe ihr ein Taschentuch.
Sie sitzt dort und lächelt mich traurig an. Die Bahn hält an, sie steht auf, tritt vor die Tür, dreht sich noch um - und sagt traurig "Danke".
Ich sitze dort, sehe mich im Schein des Fensters, sehe den vorbeiflimmernden Lichtern nach - fühle ihre Abwesenheit und fühle mich einsam!
Felek Aytan
Das Lächeln einer Frau kann Brücken bauen und tiefe Gräben zuschütten.
Das Lächeln einer Frau kann Wunden heilen und Schmerzen lindern.
Das Lächeln einer Frau ist wie ein Verband oder wie eine Arznei.
Die Welt wird von Männern regiert und sie sollten öfter lächeln wie eine Frau.
Alfred Zoppelt
H eiter, E rnsthaft U nd T emperamentvoll – E igenwillig.
M eist O hne R echthaberisches G etue, E infach N ur
I n M anchmal M ühevollem E rleben R eifend.
Werner Bühler
So also beginnt der Herbst in den Bergen. Als Rauch, der wie eine Riesenschlange aus einem Schornstein kriecht und sich verteilt auf den Wald und auf die Felder. Die Sonne ist schwach und der Himmel sieht aus als hätte er eine Entzündung. Gegen Abend dann ein kleiner Spaziergang an den Wochenendhäusern vorüber, die auch tagsüber keine Schlaftablette brauchen, um gut zu schlafen. Ein kalter Wind lässt die Wipfel der Bäume zittern und ich hülle mich fester in meine Jacke ein. Am Samstag fahre ich mit meinem Koffer und mit einer Frage in die Stadt zurück. Die Frage lautet: Wie wird es hier oben im Winter sein?
Alfred Zoppelt
Für jeden Tag An dem wir Glücklich waren Auch wenn’s davon Nicht viele gab Es macht mich traurig Das wir nicht mehr Zeit hatten Um es zu schaffen Denn es war trotz allem Unendlich schön Ich hoffe Du findest Was Du gesucht hast Und wirst glücklich Dass wünsche ich Dir
Klaus D. Ebert
Ich muss schon sagen, Ihr ward schlaue Leut!
Doch wenn Ihr heut noch lebet - Ihr euch nicht mehr freut!
Die Wirtschaft ist am Ende, die Autos wechseln sich behände.
Die Gesetzgeber erzählen nur noch dummes Zeug Und die kleinen Leut
Stehen hilflos zwischendrin. Wo auch ich bin.
Jana Schulze
dunkle Wellen brechen in schäumender Gischt, Insel verhangen im letzten Sonnenlicht
Pirateninsel wurde sie genannt und kein Feind traute sich hier an Land Schätze wurden hier versteckt und keinem wurde je Bekannt wo sich der Ort der Reichtümer befand
Pirat aus ganzer Seele, ein Leben voller Verzicht nun sitze ich hier am Ufer und warte auf Dich.
Ich war deine Piratenbraut, vor so vielen Jahren nahmst du mich mit auf eine Reise voller Gefahren
Doch nach all der Zeit im Kampfe gestählt hast du hier deine letzte Ruhestätte gewählt
Die Klippen umgeben dein kühles Grab und ich schaue sehnsüchtig auf und erinnere mich an den Verrat gestorben durch des Feindes Hand der sich dennoch Freund genannt
Voller Liebe erinnere ich mich zurück kein Schatten trübte unser Glück
Wie Brüder trankt ihr den besten Wein Nach einem Streit konntet ihr euch immer verzeihn
Freund hat er sich genannt und als er mich sah verlor er seinen Verstand
Hatte nur ein Sehnen in einer stürmischen Nacht beschwor mich mit ihm zu kommen doch ich liebte dich meinen Pirat so wild und verkommen
Doch meine Liebe war nicht stark genug denn sie konnte dich nicht beschützen vor dem Betrug.
Er lockte dich auf die Insel mit Schätzen um sie zu erlangen doch als du mit ihm kamst schlug er dich dort zusammen
Sein Dolch bohrte sich in dein Herz, ich sah es und verzehrte mich vor Schmerz
Ich nahm den Dolch und stach ihn tot sein Blick erstarb vor Schmerz und Not
Ich nahm dich meinen Pirat und legte dich in dein kühles Grab
Seit dieser Zeit halte ich Wacht und in jeder Vollmondnacht seh ich dich aus der Tiefe des Meeres aufsteigen und ich schau dir ins Gesicht und sehe dein Leiden
Glutrot sinkt die Sonne am Horizont Kreischend fliegen die Möwen davon Heute werde ich dich wiedersehen Werde ich dann mit dir gehen?
Daniela Loske
Wannenbad
Wenn ich in meiner Wanne bade. hab oft ein Buch ich, um zu lesen. Doch manches mal – so wie heut grade – ist leider keins zur Hand gewesen.
Was nun? Ich musste mich bequemen statt nur hinauf zur Decke stieren, mich selbst als Buch-Ersatz zu nehmen ganz auf mich selbst mich konzentrieren.
Ich las ne Menge Altbekanntes, doch fand ich auch so manches Neue, betrachtete dann ganz gespannt es. Nicht über alles ich mich freue.
Da gibt’s viel Dummes und auch Schlechtes! Ich fragte mich: Wird das noch schlimmer? Und leider gibt’s auch ungerechtes. Soll das so bleiben? NIE UND NIMMER!
Werner Bühler
Während andere Leute Romane und Kurzgeschichten schreiben, während sie ganz heftig und intensiv mit der Prosa flirten, schreibe ich Gedichte.
Ich setze auf das Gedicht, während sich die Prosa sehr gut vorkommt, während sie in Form von dicken Romanen in den Buchhandlungen der Welt viel Platz einnimmt und sich wichtig macht.
Ich bin ein Sammler und ein Jäger.
Ich sammle Ideen und ich jage die Gazellen der Poesie.
Alfred Zoppelt
Angst, ja, die habe ich Kann langsam nicht mehr Frage mich immer und immer wieder Ob und wie lange ich noch durchhalten kann Bin am Ende und mir graut Vor meinem Geburtstag und noch mehr Vor Heiligabend Bangen und hoffen Doch wie lange halt ich noch durch?
Klaus D. Ebert
Kämpfen war ihr Ziel, zu leben ihr Wunsch und jetzt nicht zu sterben ihre Hoffnung!
Sie hat gekämpft Für sich und nicht um Willen anderer. Ihr Wunsch schien sich zu erfüllen, denn sie ließ sich nicht von Trauer einhüllen!
Ihr Wille, ihr Mut und ihr Wunsch Waren der Grund für die Teilnahme am Kampf, am Kampf um das Leben, was für andere wertlos war, war für sie das größte Geschenk Gottes!
Ihre Hoffnung, die über alles siegte - Über die Angst vor dem Ungewissen, vor der Trauer ihre Familie allein zu lassen, trotz allem funkelte es bis zum letzten Atemzug in ihren Augen.
Felek Aytan
Winterlich Weiße Weihnachten Würden Wir Wünschen.....
Doch noch sieht es wirklich nicht danach aus. Das Thermometer an unsrem Haus zeigt jetzt im Dezember noch immer 8 Grad, und Nikoläuse finden es fad, dass sie kommen müssen ganz ohne den Schlitten. Jetzt kommen sie halt auf Pferden geritten wie sonst nur Sankt Martin kommt im November. – Auch wenn ihrs nicht glaubt: es ist doch Dezember.
Werner Bühler
Was soll ich tun? Von Sehnsucht erfüllt Sie wird nicht gestillt Wohin soll ich nun? Dein Gesicht folgt mir überall Deine Stimme klingt in meinen Ohren Ohne dich bin ich verloren Allein im kalten All Halt mich warm Ich kann nicht mehr Das Atmen fällt mir so schwer Lege um mich deinen Arm Ich brauche deine Nähe Du bist alles was ich habe Mehr als ich ertrage Wenn ich vor Schmerz vergehe Wir sind zwei wandernde Sterne Denn gemeinsam Sind wir einsam Und nah in weiter Ferne.
Patrick Zimmerschied
Vom Wind getrieben kommt vom Meer so manches Segelschiff daher Welle um Welle rauscht ans Land umspült die Felsen, verebbt im Sand Wasser und Wind - es braucht nicht viel sie treiben das uralte Spiel erzählen uns, wie's einstmals war vor hundert, ja vor tausend Jahr.
Werner Bühler
Hol mich heim ich halt's nicht mehr aus bei mir will zu dir denn ich bin nicht mehr ich brauche dich wie die Blume die Sonne die im dunkeln auch nicht blühen kann
Klaus D. Ebert
Der Herbst ist die schönste Jahreszeit, die Bäume bekommen ihr buntes Kleid, wir danken für die warme Zeit, bald kommt der Winter, wo es schön schneit, im Herbst da ziehen die Vögel von dannen, wir ernten die Felder, die goldgelben Früchte des Fleißes, und hoffen voll frohen Erwartens, das der Frühling möge erwachen.
Daniela Loske
Du schweigst. Blickst mich an mit Deinen tiefen Augen. Sie sagen viel und doch wieder nichts.
Streichst Dein Haar aus dem Gesicht und sprichst. Deine tiefe Stimme ist so wohltuend. Wie zarte Berührungen ertasten sie meine Gedanken. Versuchen Signale zu senden. Doch sie kommen nie an. Denn ich träume Von Deinen sanften Händen, welche so zart über die Saiten der Gitarre streichen und sinnliche Töne aneinander reihen.
Verzauberte Stille. Meine Augen treffen Deine. Für einen Moment sehe ich Flammen aus Angst auflodern - schnell und kurz.
Und schon wirfst du mir wieder leidenschaftliche Blicke zu. Mit zartem Wimpernschlag verführst Du mich. In eine andere Welt - in Deine Welt.
Angelockt von Deinem männlichen Duft folge ich Dir. Egal wohin. Nur weit, weit weg. Von der Wirklichkeit.
Jana Schulze
Vom Leben lese ich in diesen Augen erfülltem, langem Leben das voll Würde sie gelebt.
Ein off'nes Buch in dem zu lesen Freude macht. Ich sehe Kummerfalten, die der Schmerz so manchen Abschieds grub; doch auch die kleinen Fältchen um die Augen, entstanden durch ein güt'ges Lächeln für all die Freunde, die sie um sich scharte.
Vom Leben lese ich in diesen Augen, von Sorgen und von Freuden in den Falten des Gesichts.
Werner Bühler
Einsamkeit, die da ist, wenn dich alle verlassen haben, ist die Übung für die Ewigkeit, so lasse dich nicht einhüllen von der Trauer- sei glücklich, dass etwas bei dir ist.
Die schönste Zeit für die Einsamkeit Ist der herzlose Winter! Menschen ohne Heim sitzen auf dem kalten Bahnhof Und lachen, um nicht weinen zu müssen.
Sie schauen zugleich voller Trauer und voll Glück, den vorbei laufenden Menschen nach. Trauer, weil sie im Leben kein Glück fanden Und Glück, weil die anderen glücklich sind.
Lass dich nicht vom Schein des Seins trügen, lass dich nicht vom Glück des Lebens beflügeln, sei Mutig deinen Weg zu gehen denn sonst wird es dir wie oben geschehen!!
Felek Aytan
Nicht Prosa Nicht Lyrik Einfach nur für Dich
Ich liebe Dich Immer noch
Will Dich Immer noch Zurück
Will ein Gemeinsames Glück
Klaus D. Ebert
Am Anfang war der Blick der unsere Sinne berührte und sie in Wallungen brachte.
Am Anfang waren die Worte, welche wir uns hitzig zuwarfen. Wie Kinder ihre bunten Spielbälle.
Am Anfang waren es Gefühle, die stetig wuchsen und gedeihten. In prächtigen Farben und Gestalten.
Am Anfang waren es Berührungen, mit denen wir in vielen Stunden unsere Körper erkundet haben.
Am Ende war es Liebe.
Jana Schulze
Im Halbrund des Chorraums Sechsundzwanzig Stimmen Durch unsichtbare Linien verbunden Mit einem ruhenden Pol. Ruhig, doch keineswegs unbewegt Gibt er den Takt. -
Im Halbrund des Chorraums Zusammenklingende Stimmen Sich mischend im Kirchengewölbe Eins werdender Klang Hörbar gewordene Harmonie Oh magnum mysteria.
Werner Bühler
Ich schaue aus dem Fenster und seh Dich schillernd stehen. Nach all den Regentagen durchs Sonnenlicht gesehen. So schön und wie ein Wunder so denk ich mit Bedacht, gelobt seiest Du, oh Sonne, die dies hervorgebracht.
Daniela Loske
Jedes Jahr wieder ist es an der Zeit, Blätter in all ihrer Pracht Fallen auf die Straßen – Sie fallen wie Menschen, die von uns gehen.
Sie wirbeln uns um die Ohren, tanzen in der Nacht um die Wette, auch wenn es scheint, sind sie dennoch nicht verloren, so läuft sie ab die Lebenskette.
Eins schöner, bunter und roter als das andere, steht jedes Blatt doch für eine Träne die jeden Tag von vielen vergossen wird.
Kaum ist der Winter da, ist sie von scheinbarer Unschuld bedeckt, die Menschen sitzen in ihren beheizten Häusern und die Trauer, die herrscht, ist vergessen, - für eine kurze Dauer!
Felek Aytan
verletzt, ja das bin ich auch wenn ich keine sichtbaren wunden habe verletz ist meine Seele trug Wunden davon durch Handeln und durch Schweigen ich fühl mich schwach als wenn all meine Kraft aus dieser Wunde fließt mich verlässt
Klaus D. Ebert
Ich sitze manchmal einfach da und schau empor zum Himmel seh Wolken kommen und gehen, seh wie sie aus nichts entstehen und wie sie wieder vergehen....
Ich sitze manchmal einfach da und schaue hinein in mich selbst da gibt es recht viel zu entdecken, auch wenn ich’s versuch zu verstecken, da sind sie die Kanten und Ecken....
Werner Bühler
Nun sitzt er da, der Spaß ist aus, die Leute gehen jetzt nach Haus. Der Regen fällt in Strömen sowie die Tränen auch. Die Einsamkeit sie macht ihn krank, denn nie bekam er einen Dank. Er ist der letzte seiner Art. Er ist ein Clown wies keinen besseren gab. Freunde, die hat er nie besessen, doch darauf war er nie versessen. Sein Leben war in der Manege. Lampenfieber hat er schon lang nicht mehr. Er wird nie wieder lachen und seine Scherze machen. Denn er ist alt und müde, er war lang genug auf der Bühne.
Leb wohl Du lieber netter Clown. Für Dich war es ein schöner Traum.
Daniela Loske
Ach könnte ich die Welt mit deinen Augen sehen, sie sähe sicher anders aus. Doch wär' sie reicher, schöner, bunter? Mag sein - vielleicht auch nicht. Ich würde sehen, was du siehst - auch das, was nicht gefällt. Doch würd' ich besser dann versteh'n, wie du das Leben siehst, und wie du denkst.
Ach könntest du die Welt mit meinen Augen sehen, sie sähe sicher anders aus. Doch wär' sie reicher, schöner, bunter? Mag sein - vielleicht auch nicht. Du würdest sehen, was ich sehe - auch das, was nicht gefällt. Doch würd'st du besser dann versteh'n, wie ich das Leben sehe, und wie ich denke.
Ach könnten wir die Welt zusammen sehen mit deinem und mit meinem Blick. Sie wär' bestimmt um vieles größer, ja, schön und bunt und reich. Mag sein, dass manches schlecht aussähe. Gerechter wär jedoch dann unser Urteil, uns're Sicht. Mit off'nen Augen seh'n wir vielleicht dann klarer?
Werner Bühler
Mehr als das Leben, Mehr als die Sehnsucht nach Heimat- Mehr als die röte um Herbst Mehr als alles was ich wollte.
Das alles gabt ihr mir, Den größten Schatz der Welt!
Frei mit euch will ich allemal sein, Wie die Blätter Welche durch die Lüfte schweben!
Alles Leid, jede Freude Jede Träne des Glücks- Will ich mit euch teilen!
Nicht wie Schnee Auf Feuer soll diese Freundschaft sein, Ich nahm eure Freundschaft und ihr meine Sehnsucht, Auf ewig und immer!
Felek Aytan
Hast mich verzaubert mit dem Pulver der Liebe. In den Trank der Gefühle getaucht.
Bin am Rand des Ertrinkens. Doch - die Ängste schwinden. denn du bist da und rettest mich.
Wir verschmelzen wieder zu Eins zwei Seelen ineinander.
Doch vom Strudel der Liebe erfasst gezogen bis auf den Boden des Kelchs. Wir beide. - Gefangen im Glück. Verloren für immer. Auf dem Grund unserer Gefühle.
Jana Schulze
Ich schrei nach Dir Nicht mit laut erhobener Stimme Meine Lippen sind verschlossen Meine Seele schreit Leise, fast schon wimmernd Hörst Du es nicht Hast Du ihr nichts zu sagen?
Klaus D. Ebert
Ich wollte es, doch ich kann es nicht, Denn mein Herz macht was es will.
Ich wollte loslassen Und hatte auch allen Grund dazu Und es hat auch immer mal wieder Für einige Zeit funktioniert.
Doch dann sagte mein Herz, Dass mein Kopf den Mund halten soll. Macht was es will und weckt immer Und immer wieder den Traum, Denn es war und ist Der schönste Traum, den ich je hatte.
Klaus D. Ebert
Behutsam voller Zärtlichkeit zwei Hände die dich liebend schützen dem Erdreich gleich in dem das Leben wächst aus dem ein Pflänzchen sprießt um zu gedeih'n.
Behutsam voller Zärtlichkeit zwei Hände die dein Leben tragen ein fester Grund auf dem du stehen wirst auf dem du deine Schritte gehst und weiter kommst
Behutsam voller Zärtlichkeit zwei Hände die Begleitung sind wenn du sie brauchst die dich entlassen dann damit den eig'nen Weg du finden kannst
Behutsam voller Zärtlichkeit zwei Hände
Werner Bühler
T od lieber Menschen R ührt uns zu Tränen. A ber da ist auch U nsere Hoffnung auf E wige R uhe für sie.
T ragt eure R osen zum O ffenen Grab S ie besiegen die T rauer.
Schaufel um Schaufel schwarzbrauner Erde fällt auf den Sarg, und Worte, Gedanken – auch Blumen. Tränen der Trauer, Erinnerung. Und dann trotzdem ein Lächeln.
Werner Bühler
Fremdartige Klänge über dem Ozean mischen sich in pendelnde Worte.
Wir - und Du im fernöstlichen Fluidum entführst uns als Zaungäste in Tausend und eine Nacht.
Und reichst die Schalen der Freundschaft.
Betti Fichtl
Am Anfang war der Blick der unsere Sinne berührte und sie in Wallungen brachte.
Am Anfang waren die Worte, welche wir uns hitzig zuwarfen. Wie Kinder ihre bunten Spielbälle.
Am Anfang waren es Gefühle, die stetig wuchsen und gediehen. In prächtigen Farben und Gestalten.
Am Anfang waren es Berührungen, mit denen wir in vielen Stunden unsere Körper erkundet haben.
Am Ende war es Liebe.
Jana Schulze
Fliegen wie ein Schmetterling, blühen wie eine Rose, untergehen wie die Sonne, danach sehnt sich meine tickende Seele.
Jeder Pulsschlag vergrößert das Meer der Stunden - der Sehnsucht nach Heimat, die ziellose Sehnsucht - frisst mich auf wie Aasgeier einen Kadaver.
Das Herz so klein wie ein Tropfen, die Sehnsucht so groß wie das Meer, so irre ich in den Sonnenstrahlen der Nacht umher, um das Ziel meiner Sehnsüchte, um meine Heimat zu finden.
Ein Schmetterlingslauf einer blühenden Rosenwiese, während eines Sonnenuntergangs, danach sehnt sich meine tropfende Seele. Die Heimat, die ich nicht zu finden scheine, die Heimat, dort wo ich weiß, wer ich bin.
Diese Sehnsucht soll gestillt werden, sonst stillt mich die Sehnsucht - für immer!
Felek Aytan
Scheint alles zu sein Wenn man gegen Mauern rennt
Zumal wenn das Ziel Das man ursächlich vor Augen hatte Nicht mehr erreichbar ist
Belogen, betrogen und benutzt Und trotzdem Habe ich geliebt Abgrundtief und ehrlich Nie an mich gedacht Denn das gemeinsame Ziel Gab mir Kraft Auch wenn es das gemeinsame Ziel Vermutlich nie gab Ich nur Mittel zum Zweck war
Da sitze ich nun Fühl mich kraftlos Will einfach nicht mehr Hab genug Denn ich finde Meinen Frieden nicht
Klaus D. Ebert
An diesem Spätsommertag Ist alles so friedlich Nicht mal ein leichter Windhauch Weht mir Die junge Brut Putzt ihr Gefieder Vorausschauend... Und im Blau dieser Stunde Kein Wort Kein Gedanke Kein Gedicht… Die Ruhe vor dem Sturm
Sabine Fenner
Tränen rinnen durch mein Gesicht Und mein Herz schreit Schreit nach Dir
Schreit nach Dir Obwohl Du Heute vor einem Jahr In blindem Hass Versucht hast Mich zu zerstören Doch ich weiß Dass es kein Hass Sondern verletze Liebe war
Finde die Kraft Zu dir zu stehen Komm zurück Denn Du warst Und bist Mein Glück
Klaus D. Ebert
Du schweigst. Blickst mich an mit Deinen tiefen Augen. Sie sagen viel und doch wieder nichts.
Streichst Dein Haar aus dem Gesicht und sprichst. Deine tiefe Stimme ist so wohltuend. Wie zarte Berührungen ertasten sie meine Gedanken. Versuchen Signale zu senden. Doch sie kommen nie an. Denn ich träume Von Deinen sanften Händen, welche so zart über die Saiten der Gitarre streichen und sinnliche Töne aneinander reihen.
Verzauberte Stille. Meine Augen treffen Deine. Für einen Moment sehe ich Flammen aus Angst auflodern - schnell und kurz.
Und schon wirfst du mir wieder leidenschaftliche Blicke zu. Mit zartem Wimpernschlag verführst Du mich. In eine andere Welt - in Deine Welt.
Angelockt von Deinem männlichen Duft folge ich Dir. Egal wohin. Nur weit, weit weg. Von der Wirklichkeit.
Jana Schulze
Hast mich verzaubert mit dem Pulver der Liebe. In den Trank der Gefühle getaucht.
Bin am Rand des Ertrinkens. Doch - die Ängste schwinden. denn du bist da und rettest mich.
Wir verschmelzen wieder zu Eins zwei Seelen ineinander.
Doch vom Strudel der Liebe erfasst gezogen bis auf den Boden des Kelchs. Wir beide. - Gefangen im Glück. Verloren für immer. Auf dem Grund unserer Gefühle.
Jana Schulze
Mir ist es egal Wenn andere lachen Weil ich noch ein Kind bin
Mir ist es egal Wenn andere den Kopf schütteln Weil ich bin wie ich bin
Mir ist es egal Wenn andere mich nicht verstehen Weil ich an meinen Traum glaube
Mir ist es egal Wenn andere auf mich einreden Weil mein Traum unvernünftig ist Denn er muss nur mir gefallen
Mir ist es egal Das man mein Verhalten Nicht rational erklären kann Denn Liebe ist nicht rational Ist ein Gefühl, mein Gefühl Für dich
Klaus D. Ebert
Lieben muss ich wie ich atmen muss, doch aus meiner Leidenschaft wurde Verdruss. So vielen Tränen schenkte ich neues Leben, ich weinte sie ganz hemmungslos leise und in einsamer Nacht. Hättest du es gesehen, du hättest wahrscheinlich gelacht. Der Mond ist mein Wächter und im Mondenschein fühle ich mich auf einmal schon nicht mehr so allein, holt er mich doch aus meiner Traurigkeit, aus den tiefsten Gründen meiner Hoffnungslosigkeit. Trocknet mir die Tränen und ich sehe ihn an, sehe seine kalte Schönheit in seiner Unwiederbringlichkeit. spüre ich Leben Hoffung und auch Kraft.
Mondgeflüster hat mich verzaubert in dieser Nacht.........
Daniela Loske
Glanz der Schatten, Schein der Körper überall und doch nicht sichtbar. Wo weilt ihr wenn nicht hier?
Ist das Dort im Nirgendwo, wo das Mögliche unmöglich wird oder ist der Schatten meines Körpers schon längst zu Staub zerfallen?
Bin ich dann - Dort?
Jasmin Ludorf
Der Bach sucht sich einen Weg durch Baum und Strauch.
Im Schutz des Waldes. Schlängelt sich durch die Welt. Sommer wie Winter.
Wohin er wohl führen mag? Er sieht so viel. Glück. Unglück. Freude. Leid. Und doch - er bleibt stumm. Beschwert sich nicht. Über die knisternde Kälte des Winters. Die sengende Hitze des Sommers.
Tiefer Wald. Ecken und Kanten. Aber er findet seinen Weg. Wenn auch nicht geradlinig.
Der kleine Bach. Ein großes Vorbild.
Jana Schulze
Augen gelb und leuchtend schön, schauen aus dem Fenster wollen so viel sehen.
In ihrer kleinen, stillen Welt gibt es alles was ihr gefällt. Futter aus der Dose, gemütliche Plätzchen auf der Kommode.
Träumen sich raus in die große weite Welt, kennen nicht die Gefahr die sich ihnen da vielleicht stellt.
Wollen soviel in ihrer kleinen Welt, in der mehr als nur ein Menschenherz zählt.
Herz voll Sehnsucht und voll Mut, ist sie doch nur am träumen und tut dabei soviel versäumen.
Ist das alles schon gewesen? Fragt sie sich und kehrt zurück zu ihrem wahren Wesen. Möchte ein Leben voll Bequemlichkeit da ist für Abenteuer nicht viel Zeit.
Daniela Loske
Du bist die Quelle meiner Kräfte, ... bist der See an dem ich Ruh, ... bist der Ozean der Hoffnung, bist mein Weg - stets immerzu. Du bist die Sonne meines Lächelns, ... bist das Licht in dunkler Nacht, ... bist die Farbe meiner Freude, bist der Stern - der mich bewacht. Du bist die Hand an meiner Seite, ... bist mein Halt in schwacher Stund´, ... bist die Stütze wenn ich falle, nur Du allein - mein Glückes Grund. Du bist die Welt in der ich lebe, ... bist der Maßstab meiner Zeit, ... bist der liebste Mensch auf Erden, ich wünsch mir Freundschaft - allezeit.
Diana Denk
Die Freunde sind schon längst nicht mehr Erinnerungen nur noch dunkle Schatten Besitztümer verbraucht Nur ein vergilbtes Bild Ein Stuhl, der ersten Generation Füllen noch den Raum In dem kein Wort mehr klingt Der Körper nur noch Hülle Der Geist verwirrt Nur manchmal, wenn sie zu singen beginnen Dann liegt auf den Lippen ein kleines Lächeln Und die müden Hände klatschen ein letztes Mal im Takt
Sabine Fenner
Schäm dich nicht Du hast keinen Grund dazu denn Du bist wie Du bist und so liebe ich Dich auch wenn das nicht immer einfach ist
Schäm dich nicht denn das was Du getan hast hast du getan weil Du geglaubt hast das das was man dir zeigte so ist wie es aussah so ist das eben wenn man nur eine Seite sieht
Schäm dich nicht denn ich mach Dir keine Vorwürfe weil ich Dich liebe
Klaus D. Ebert
Im Halbschatten der geschlossenen Bibliothek erblickst du vor dir liegend ein offenes Buch mit sieben Siegeln, wie es lodernd brennt - im Schein der Eiskristalle.
Jasmin Ludorf
Das alte Herze ist müde Hat es doch ein Leben lang Versorgt, geliebt Seinen Rhythmus übertragen
Doch nun setzt es seine Signale Die Herzwand porös Die Klappen träge Nimmt mit sich den Menschen In deren Brust es Heimat fand
Sabine Fenner
Es war einmal...
...in einem, kleinen, schönen Land mit vielen hohen Bergen. Das Land wurde Österland genannt. Dort gab es wunderschöne Täler und glasklare Seen, wo die Fische auf dem Grund zu sehen waren. Wo im Frühjahr auf den Wiesen viele schöne, wilde Blumen blühten und ein berauschender Blütenduft in der Luft schwebte und die Menschen betörte. Und die Maler zu einzigartigen Stillleben inspirierten. Wo der Winter sieben Monate dauerte und es knackig kalt war. Und die mit Schnee bedeckten Gipfel im Sonnenlicht glitzerten, als hätte der liebe Gott Säcke weise Diamanten darüber geschüttet. Dort herrschte Ruhe und Gelassenheit und auf den Bergen gab es liebliche Almen. Auf einer dieser Almen wohnte ein Einsiedler. Man nannte ihn aller Orts den Friedl mit der Fiedl. Er kein Fiedler, sondern ein Virtuose auf der Panflöte. Er holte sich seine Musik aus der Natur. Er hörte ihr zu. Wie der Wind rauschend durch Äste und Zweige fuhr und leise die Blätter bewegte. Oder brausend über die Bergkämme raste. Friedl stand ehrfürchtig und beeindruckt vor einem Wasserfall und sah zu, wie sich das Wasser tosend seinen Weg in das Tal bahnte. Es war ein Fest für seine Sinne, wenn er die Millionen von Wassertropfen im gleißenden Sonnenlicht sah und jeder Regenbogen beglückte sein Herz. Versunken hörte er zu, wenn der Bach ihm leise plätschernd sein Lied sang. All diese Eindrücke ließen Melodien in ihm entstehen. Nach einer gewissen Zeit brach er seine Auftritte ab und kehrte heim. Friedl genoss sein heimeliges altes Haus und die sagenhaft schöne Landschaft und malte sie. Zur selben Zeit lebten in einem anderen Land, nennen wir es Supernova, ein Ehepaar. Jörg und Augusta mit ihren Kindern Mario und Ana. Das Land war vor ein paar Jahren ein reiches Land gewesen die Menschen hatten alle Arbeit, waren wohlhabend und zufrieden und glücklich. In den letzten Jahren hatte sich das verändert. Es war eine neue Regierung an die Macht gekommen, denen ihre Wohlhabenheit zu wenig war. Wissenschaftler, Ingenieure und Erfinder bekamen den Auftrag, die Maschinen schneller und die Bauwerke größer und die Erträge höher werden zu lassen. Und die Bosse der Fabriken mussten weniger Menschen für ihre Arbeit bezahlen und konnten somit einen Haufen Geld sparen und im Luxus leben. Es dauerte nicht lange und es gab solche Maschinen und es gab eine ganze Menge Leute, die keine Arbeit mehr hatten. Und es wurden mehr, die Bosse holten sich für die Arbeit die noch da war, billige Arbeiter aus armen Ländern in ihre Fabriken. Die Arbeiter, die keine Arbeit mehr hatten wurden unzufriedener und ärmer und die Bosse wurden reicher. Jörg und Augusta beobachteten, wie sich ihre Familien, Nachbarn und Bekannten, veränderten. Es war Missgunst und Neid unter den Menschen aufgekommen…
Anette Engelbrecht
Blütenfeuer im Mondenschein Gewölbte Gräser zaghaft flüsternd Einsame Bäume lautlos singend - im Schattenwald.
Tote Zweige beharrlich schützend die Blicke - fremd.
Gewittermächte schläfrig tastend Sprödes Dickicht Asche formend Schattenwald im Sternenlicht.
Jasmin Ludorf
Gib mir bitte meinen Stolz zurück meinen Stolz zurück den ich empfunden habe als ich sagen konnte, dass Du mein Partner bist
Gib mir bitte meinen Stolz zurück meinen Stolz den ich empfunden habe wenn ich an meine kleine Familie dachte eine Familie die ich früher nie hätte haben wollen weil ich den richtigen Partner dazu nicht hatte und die mir mit Dir so an Herz gewachsen ist weil Du die Richtige bist
Gib mir bitte das Gefühl zurück, dass Gefühl das ich hatte wenn Du in meinen Armen glücklich warst Gib mir bitte das Gefühl zurück, dass Gefühl für Euch verantwortlich zu sein
Gib mir bitte das Bild zurück, das Bild wenn Du ganz friedlich geschlafen hast
Gib mir bitte das Glück zurück, komm einfach zurück!
Klaus D. Ebert
Vor einigen Tagen blickte ich in die Küche und sah die dicken Zwiebeln, die auf einem Brett zum Schneiden bereit lagen. "Nein, ich werde euch nicht zerstückeln", dachte ich und erinnerte mich dabei an die früheren Versuche, die mir bereits tränenreiche Minuten und rote Augen beschert hatten. So gerne ich meiner Frau diese Arbeit abgenommen hätte, ich wusste, dass es mir wieder nicht gelingen würde. Spätestens nach einer Minute würden meine Augen zu Schlitzen werden, aus denen Wasserfälle sprudelnd herabflössen. Das Messer und auch die angeschnittene Frucht würden sich vor meinen Blicken nur noch verschwommene Konturen darstellen. Die letzte Konsequenz wäre die Flucht vor der Zwiebel. Schon als kleiner Junge hatte ich immer so schnell als ich es nur konnte die Küche verlassen, wenn meine Mutter Zwiebeln schnitt. Dabei machten diese doch das Essen schmackhaft. Sie waren eines der wenigen Nahrungsmittel, die der kleine Garten hinter unserem Haus bereithielt. Je nach Jahreszeit verfügten wir über selbstgezogene Salatköpfe, Strauchbohnen, etwas Porree, Kartoffeln und Rosenkohl. Zum Glück besaßen wir einige Apfel-, Pflaumen- und Birnbäume sowie einen Kirschbaum. Diese ganze Mischung von Erd-, Strauch- und Baumfrüchten machte uns das Leben leichter, half uns in dieser schlechten Zeit zu überleben.
Zerquetschter Körper sonnenversenkte Gedärme ausgetrocknetes Blut zertrümmerter Schädel leere Augenhöhlen alles zerfressen von Fliegenschwärmen und Maden liegt irgendwo im Nichts. Zerknautschte Haut verkniffenes Gesicht Knopfaugen leuchten dunkle Haare kleine Hände Abgenabelt Schrei nach der Geburt des neuen Lebens am anderen Ende der Welt.
Gabriele Junker
Da reite ich dem Tag entgegen Und zu den grauen Wolken hin Was nützt der schönste Sommerregen Wenn ich nun mal aus Zucker bin
Isabel Miss Ling
Es war einmal ein Apfelbaum, der hatte einen schönen Traum. Er wollte auf der Wiese liegen und so seinen Tag genießen. Tag ein, Tag aus, nur Äpfel tragen, lag ihm schon lange Zeit im Magen. Doch eines Tages, dann oh Schreck, schnitt man ihm seine Äste weg. Ach oh Graus, ihr könnt`s schon ahnen, man zog ihn aus der Erd` den armen. Nun fiel er hin und reckte sich, hin auf die Wies` und streckte sich. Es war fasst so wie in dem Traum, als Lady lag da, der Apfelbaum.
Roswitha Lunetta-Kapp
Das letzte Lied ist längst verklungen Die Sonne senkte sich Umarmt schon die Nacht Die Läden geschlossen Der Mensch ruht in seinem Gemach Nur die Träume hasten noch durchs Dunkel Verschenken ihren Zauber für ein paar Stunden
Sabine Fenner
Schneller und schneller. Kein Stillstand. Immer nur vorwärts. Niemals rückwärts. Mit 25 mindestens fünf Jahre Berufserfahrung, fünf Semester im Ausland und danach? Immer weiter. Auf der Karriereleiter. Nicht ruhen. Nicht anhalten. Nicht denken. Immer nur weiter. Allein. Keine Zeit. Für nichts. Für niemanden. Schnelle Entspannung. Schnell. Ergebnis zählt. Essen im Stehen. Tabletten einwerfen. Schlafmangel. Keine Freizeit. Kein Leben. Keine Freunde. Nur weiter. Bloß nicht anhalten. Nicht nachdenken. Weiterbilden. Buckeln. Machen. Machen. Tun.
Mit 30 mindestens ein Magengeschwür, eine Panikattacke und danach? Nichts gelernt. Keine Zeit. Der Aufstieg. Endlich. Neuer Posten. Große Chance. Die Chance. Jetzt oder nie. Immer höher. Immer mehr. Nie genug. Mehr. Noch mehr. Immer mehr. Nie genug. Nicht ausruhen. Unersetzlich werden. Herzrasen. Tabletten. Mehr Tabletten. Alkohol. Mehr Alkohol. Zigaretten. Mehr Zigaretten. Joggen. Schneller Joggen. Einsamkeit. Zweifel. Angst. Die Jugend? Vorbei. Die Liebe? Keine Zeit. Die Freunde? Welche Freunde?
Mit 40 mindestens drei geregelte Mahlzeiten, drei Ruhephasen pro Tag und danach? Ruhe. Stille. Kneten. Laute Schreie. Manchmal. Schwebezustand. Gespräche. Malen. Singen. Tonfiguren formen. Spaziergänge im Park. Natur. Vogelzwitschern. Entspannung. Glückseligkeit. Frieden. Mit der Welt. Sich selbst. Endstation. Psychiatrie.
Anna Catharina von Rosenthal
Verse an vielen Abenden oder mächtige Ströme des Segens Im Raunen und Rauschen sonniger Augen Laß dich mich lauschen, mich vertauschen
Im Langen und Bangen sich verzahnender Zangen mein wild`Verlangen ist`s umfangen
Und heilet die Zeit auch alle Wunden Vertane Stunden die uns umwunden
Wer stellet meine Uhren auf die volle Stund`? Bist Du`s? Du bist`s! Bist Du`s? Du bist`s!
Thomas Hecht
Der altersschwache Akku meines nicht mehr ganz modischen Handys zwingt mich ab und zu, öffentliche Telefone zu benutzen. Nun gibt es wohl auch Telefonzellen mit schalldämmenden Wänden und Schutz gegen Wind und Regen. Die sind auch notwendig, denn da wo ich wohne, wird anscheinend das Wetter für Europa gekocht. Die Einwohner unserer Gegend buchen daher meist schon im Winter ihren Sommerurlaub. Nahe meiner Wohnung steht leider nur eine von diesen offenen, fürchterlich modernen Telefonsäulen, bei denen der Benutzer Wind und Wetter ausgesetzt ist. Außerdem kann jedermann, wenn er will, das Gespräch mitbekommen, wenn er nur nah genug dabei steht. Neulich wollte ich auf dem Weg nach Hause solch ein Ungetüm benutzen. Diese neumodische, edelstahlene, unpraktische und ungemütliche Telefonsäule mit dem magentafarbenen prangenden T beherrscht einen kleinen Vorplatz. Leider führt die Hauptstraße mit ihren lärmenden Autos, Bussen und Lastwagen so nahe an ihm vorbei, dass das Telefonieren sehr mühsam ist. Ein junger Mann mit speckiger Fransenjacke, Blue Jeans und Cowboystiefeln presste den Hörer an seine Wange. Trotz des Verkehrslärms bekam ich ein paar Wortfetzen mit: „Ja Tante, hier ist es wunderbar..., mir geht es gut, ...ja da hast du Recht ..., das ist ja kein Wunder ...“ Nun will ich nicht zuhören, wenn jemand telefoniert, das verbietet mir der Anstand. Ich entferne mich etwas, wohl auch, weil das Gespräch für mich nicht wichtig ist. Also schlenderte ich um die Telefonsäule herum. Dabei habe ich die stille Hoffnung, dass sich der Typ an die alte Regel „Bitte fassen Sie sich kurz“ hält. Da das Gespräch aber doch länger dauert, werden die Kreise immer größer und so gerate ich vor das Schaufenster einer Musikalienhandlung. Besonders die Gitarren haben mir es angetan, aber bei den Preisen schüttelt es mich doch gewaltig. Vor allem eine schwarzbauchige Ovation interessiert mich, die auch sehr qualitätvoll gearbeitet zu sein scheint, denn sie kostet 500,- €. Qualität hat ihren Preis, und so gesehen gibt es hier anscheinend nur Qualitätsgitarren. Ab und an finde ich mich wieder an der Telefonsäule ein, um nachzuschauen, ob der junge Mann denn nun endlich sein Gespräch in die Endphase bringt. Der aber lobt in den höchsten Tönen seinen Badestrand und die brennende Sonne, die Palmen und das Klima. Das wird nun aber doch interessant. Anfangs begriff ich überhaupt nicht, wovon der junge Mann sprach, deshalb siegte nun meine Neugierde. In Hörweite blieb ich stehen und betrachtete intensiv den Abfallkorb an der Bushaltestelle, als das Gespräch eine sehr überraschende Wende nahm. Da behauptet doch einer, er sei im Süden und mache Urlaub, und in Wirklichkeit steht er mit mir zusammen im Nieselregen. Typ bedankt sich wortreich bei seiner Tante für das Geld, das sie ihm für den Urlaub vorgestreckt hat; er lügt das Blaue vom Himmel herunter und nun verspricht er auch noch hoch und heilig, alles bei der nächsten Gelegenheit zurückzuzahlen. Ich denke mir mein Teil und jetzt zieht es mich wieder zu dem Musikgeschäft, aber eher, weil ich in der spiegelnden Schaufensterscheibe die weitere Entwicklung an der Telefonsäule beobachten kann, ohne aufdringlich zu wirken. Dort wird wild gestikuliert, und wichtig mit den Armen gerudert. Irgendwann habe ich mich dann aber doch derart in eine der Gitarren verliebt, dass die weitere Entwicklung an mir vorüberging. Einen Augenblick lang muss ich wohl nicht aufpasst haben, denn beim nächsten Rundgang stand jemand ganz anderer an der Telefonsäule und telefonierte eifrig, wobei er mich triumphierend anschaute - so deutete ich zumindest seinen Blick. Den seltsamen Kerl in der speckigen Lederjacke mit den albernen Fransen an Revers und Ärmeln aber sah ich mit ausladenden Schritten eilig in einer der nicht weit von mir entfernt liegenden Spielhallen verschwinden.
Paul Mittelbach
Die Bühne des Lebens
Du stehst auf der Bühne Spielst deinen Part Geschminkt, in schmuckem Gewand Auswendig gelernt Füllen Worte den Raum Die Kulisse ist dir Halt Am Ende des Stückes Fällt der Vorhang Und morgen beginnt alles von vorn
Sabine Fenner
Geburtstagsgruß am 13.02.07
Heute vor vielen Jahrzehnten nahm dein Schicksal seinen Lauf. Geboren im schönen Land der Seen trieb es dich dennoch fort - aufs Meer hinaus.
Dein Erfahrungsschatz wuchs stetig, begleitet von vielen dummen Fehlern, manche davon wogen schwer. Oft hast du sie beklagt im Nachhinein, wurdest jedoch nie aus ihnen schlau.
So sperrten sie dich irgendwann hinter Gittern - in die Einsamkeit hinein. Die Frau, die deine Liebe in sich trug, hast du zurück gelassen mit ihrem Leid. Allein für sie wolltest du dich ändern.
Wieder vereint zogt ihr durchs Land, habt euch an jedem Ort ein Nest gebaut. Im Süden wurde euch ein Sohn geschenkt, am Rhein seid ihr dann gestrandet und erschuft die, die das hier schreibt.
Es folgten viele schwere Jahre, geprägt von Wut und stiller Einsamkeit. Ich habe sie dir alle schon verziehen. Dank dir konnte sie in mir wachsen - die bissige Kämpfernatur.
Heute bleibst du ohne Gesellschaft, die Arbeit verwehrt mir den Besuch. Ich komm am Wochenende und bring dir deine Kornblumen mit. Bestell du schon mal den Sturm.
Dann können wir gemeinsam dichten und auf den Worten schwebend, kann ich der dunklen, kalten Welt entfliehen. Danach muss ich zurück auf den Boden, es gibt einen Menschen, der mich braucht.
Heute vor vielen Jahrzehnten nahm dein Schicksal seinen Lauf. Blickt man nun sieben Jahre zurück, sieht man sein frühes Ende - nach deinem Willen geformt.
So schenke ich dir heute diese Zeilen, denn erst jetzt habe ich die Gewissheit, sie hätten dich damals glücklich gemacht. Und ich hoff im Stillen, dass dein Schicksal niemals zu meinem werden wird.
Irgendwann, in ferner Zukunft, werde ich der Welt dein Erbe präsentieren. Dann werden unsere Zeilen gemeinsam der Menschheit in Vollendung zeigen, wie nah die Frucht dem Baume wirklich steht.
Es gibt zwei weise Zeilen, die mich ewig an dich denken lassen: "Der Tod dauert das ganze Leben und hört auf, wenn er eintritt." Da wo du jetzt bist, geht es dir sicher besser.
Es wird ein Wiedersehen geben! Bis dahin grüß mir die Familie, ich werde hier das gleiche tun. Wo immer ihr auch seid gerade, ihr seid zumindest nicht allein.
In Liebe, Deine Blume
dieses zurück von allem wie er seinem sohn zeigt, dass die welt noch gar nicht so wort ist wie gesagt so, wie seine zarten finger dieses papier umschlingen als habe alles seinen absinth als wolle nur der fingerabdruck eine wahrheit hinterlassen wir streiten nicht mehr wundern uns nur noch warum einer seine kraft nicht verliert obwohl er alles verloren hat trifft er sich etwa heimlich mit seinem leben? in irgendeinem dunklen zimmer, unbeheizt dazu, dort, wo er dem licht am liebsten begegnet, trifft er sich… oder lebt er nur noch von seinen wörtern an denen er sich wie an langen seilen in die tiefe ablässt ins verschlungene: dort in der höhle wo er die kerze findet, die von beiden seiten brennt: das wird er sein, ein letzter tropfen wachs.
Willi van Hengel
Tröstlich das Wissen Um den neuen Tag Der im Erwachen dein ist Mit all seiner Vielfalt Himmel und Erde Licht und Schatten Das Leben mischt die Karten neu
Sabine Fenner
Hope and Joy -
Vor dem Altar branden die Stimmen in Liedern zu Gott, sie preisen, geloben:
Gott ist mit uns, bei allen Menschen, auf Ihren Wegen.
Oh Happy day -
Ein rhythmisches Klatschen tänzerisch,
Gott ist der Fels, Frieden und Liebe.
Neben dem lächelnden Gesicht der schwarzen Gospelsängerin an den Wolkenkratzern von New York.
Betti Fichtl
Glauben oder Wissen
Glauben musst du immer weiter Zieht dich der Sog der Kalten Hoffnungslosigkeit in die Tiefe Muss sie durch dich hindurch Um sich fest zukrallen
Schaff ihr Leere und sie wird Niemals gehen ohne dich Voller Hoffnung im Herzen Kannst du ihr widerstehen Wenn die Kälte bricht und stirbt
Das Blatt ist unbeschrieben Mit vielen dunklen Worten Die Facetten anderer Farben Leben und leben lassend Sich vereinen im tiefen Blau
Glaubst du oder weißt du Die Zeilen verschieben sich Im Leben das du in dir trägst Verändert es sich beizeiten Der Frühling naht so bald
Jasmin Ludorf
(p. th. gewidmet, der an seinem namenstag selbstmord beging)
wir standen beide ausgebrannt an dem braungebeizten balken in der ecke in der die unendlichkeit hockte in der rechten ein glas bier die linke lässig in der hosentasche vergraben
manche geheimnisse lassen sich nicht berührn
niemand ahnte dass einer von uns beiden in der geballten faust den tod festhielt vielleicht er selbst nicht einmal zwei bier – noch – zum abschied es schmeckte doch so gut perlte der zunge den nächsten abend vor
ich wusste nicht mehr wer von uns beiden bezahlt hat weiß nur noch wer bezahlen wollte – nicht nur das bier! belanglose worte ließen mich an diesem abend nicht seine sinnlichen lippen übersehn sie gingen nicht an uns vorüber ebenso wenig wie wir an uns vorübergingen kein wort war eines zu wenig keines eines zu viel der eine zeigte dem anderen dass er weitergehen wollte bedingungslos wir zeigten es uns beide unsere blicke lächelten sich an zwischen den wörtern und buchstaben
zwischen uns schien der tod keine chance zu haben dabei sahen wir uns während wir tranken über den glasrand an noch lächelnder als ohne bier an den lippen wie sollte ich spüren dass es sein letztes lächeln war er tat doch so gelangweilt wie sollte ich spüren dass er die abgase seines autos schon lange roch durch die seitenscheibe die den schlauch wie eine blutverengte hand auf sich richtete um endlich einschlafen zu können vielleicht für immer
und ich sehe ihn heute noch hinausgehen nachdem er bezahlt hatte er winkte mir zu - wie sollte ich wissen dass seine hand zum flügel werden wollte in dieser nacht noch und zum himmel schrie mit ihm in diese einbahnstraße aus der es kein zurück gibt auch nicht an unseren balken in der ecke auf den ich immer wieder sein volles glas bier hingestellt habe auch wenn niemand dort stand.
Willi van Hengel
Für ihn
Wie ist es möglich - erklär´s mir bitte, dass zwei so kurze Worte, nur zwei dir den Horizont eröffnen können? Was du selbst in tausend Nächten voller Grübeleien nicht vollbracht hast.
Wie können zwei ach so kleine Worte dir dein Herz öffnen für einen Mensch, den du da drin nicht haben wolltest? Weil sie dir zeigen, was er stets dachte, voller Verzweiflung und doch so stumm.
Wie kannst du diese zwei blumigen Worte, die so viel Sinn und Schmerz in sich tragen denn je wieder aus dem Kopf bekommen? Wahrscheinlich mit keinem Mittel dieser Welt, voller Schicksal heften sie sich an deinen Geist.
Wie kannst du sie nun sinnvoll für dich nutzen, damit sie die Vergangenheit erträglich machen, dir die Schatten nehmen, die auf der Seele liegen? Wach liegst du - leer im Herzen - und denkst dann voller Erstaunen, dass der Schmerz schon gegangen
aber das Gefühl den Platz eingenommen hat - für ihn.
Jasmin Ludorf
Traum
Dein Traum will ich sein Im Mondschein ein Tänzchen wagen Mit dir den Wundern der Nacht begegnen Zu den Sternen der Sinnlichkeit schweben
Dein Netz will ich sein Fang mich nur ein Mit dir nach der Liebe fischen Im blaugrünen Ozean
Dein Paradies will ich sein Im Garten Eden Mit dir den Liebeshauch aller Anfänge erleben Und ankommen im Augenblick
Das Dunkle streichelt uns anders. Macht uns einfühlsamer. Das meintest du doch, wenn du sagtest, dass du die größte Feindin Platons seiest, der wollte immer nur Licht und Wahrheit, und was hat er bekommen? Die Lüge. Ich höre deine Stimme nun anders, und schreibe dir unentwegt weiter Briefe, die immer ankommen werden, auch wenn unbekannt verzogen draufsteht. Und wie zerriss es mich, als du sagtest, dass du nur noch ein halbes Jahr zu leben habest. Du hattest deine Bücher um dich. Deine Musik. Nun singt der Chor für dich. Dein letzter Umzug – ins Nirgendwo. Denn du wirst stolz von mir gehen, mit Haltung und aufrechtem Blick; nur wenn du müde bist, schwingt deine Stimme nicht mehr – so. Drehst deine Hand herum zum Fächer und sperrst deinen Mund weit auf wie ein Löwe, gähnst, naiv wie ein kleines Mädchen, da sagst du, während ich mich vom Stuhl bewege, dass ich noch fünf Minuten bleiben solle…
Giambattista vico ist im jahre 1670 zu neapel geboren. er stammt von achtbaren eltern, die einen sehr guten ruf hinterlassen haben. der vater war von heiterer gemütsart, die mutter dagegen hatte ein ziemlich melancholisches temperament. in diesem sinne wirkten auch beide eltern auf die natur ihres sohnes ein. weil er als kind äußerst lebhaften geistes und unruhigen wesens war, stürzte er im alter von sieben jahren kopfüber von der höhe einer treppe auf den boden und blieb wohl fünf stunden bewegungslos und ohne besinnung liegen. die rechte seite der hirnschale war zerschellt, ohne dass dabei die haut gerissen war. aber er verlor durch die vielen und tiefen einschnitte der unförmigen, durch den bruch hervorgerufenen geschwulst viel blut. deshalb meinte der wundarzt, als er den schädel zerbeult sah und die lange ohnmacht des kindes in betracht zog, dass giambattista entweder daran sterben oder doch blödsinnig bleiben werde. jedoch das urteil bewährte sich, gott sei dank, in keiner der beiden behauptungen; dagegen zeigte sich als folge der genesung von dem unfall, dass giambattista seitdem melancholischer und reizbarer natur blieb, wie sie ja bei geistvollen menschen sein muss, auf dass sie infolge ihrer begabung in scharfsinnigen einfällen aufleuchten wie ein blitz, wegen ihres tiefen nachdenkens aber keinen genuss an spitzfindigkeiten und tätigen falschheiten finden.
Willi van Hengel
Text für Siegfried
Kommentar: Dieses Werk widme ich einem der wenigen Menschen, die es vermögen, die innere Schönheit und die interessanten Facetten einer Person auf einem einzigen Bild fest zu halten … Siegfried Mayska (wenn du das liest, ich bin froh, dich kennen gelernt zu haben. Interessante Menschen erweitern den Horizont … und beflügeln den Geist, wie man sieht).
Ich beschwöre dich, sei auf der Hut, begibst du dich in die Hände dieses Mannes. Wird er dich in den Himmel heben oder aber in den Abgrund stoßen? Allein er hat die Macht, sein Wille entscheidet. Doch die Antwort wirst du erst erhalten, wenn er fertig ist mit dir. Also sammelst du deinen Mut und stellst dich der Gefahr. Allein mit deiner Angst, schaust du ihn an. Erwartest Fragen, Order, oder aber wenigstens ein Wort. Doch kein Laut kommt über seine Lippen, er steht nur da, und seine Magie macht dich bewegungslos. Nach scheinbar endloser Zeit ergibst du dich, lässt dich fallen, vergisst deine Sorgen. Und just in dem Moment der Schwerelosigkeit, da greift er an und fängt mit der Magie deine Seele ein. Für den Bruchteil eines Augenblicks hält er sie fest. Sie kann nicht entfliehen, doch du merkst es kaum. Kein Schmerz, kein Bedauern wird dich überkommen. Und während du dort schwebst, fertigt er geschwind einen Abdruck deiner Seele an. Dann schickt er sie zurück, ganz sanft, und ihr verschmelzt erneut. Er bedankt sich, ihr seid fertig. Wo ist die Zeit geblieben? Mit einem Gefühl der Verwirrung, aber auch dem Hauch von Glück bringt er dich zurück nach Haus´. Und irgendwann, die Erinnerung ist schon fast verblasst, erhältst du eine Nachricht von ihm. Wie im Traum besucht er dich, nimmt deine Hand und legt etwas hinein. Dann entschwindet er, nur sein Leuchten bleibt zurück. Du öffnest die Augen, schärfst deinen Blick und erkennst, dass nichts geringeres als das Bild deiner Seele dir lächelnd in die Augen schaut.
Es ist mal wieder so weit. Frühling scheint sich anzuschleichen. Na gut, langsam aber doch unaufhörlich. Weiß sieht man nur noch in Form von Schneeglöckchen. Auch die Augen vieler Mitbürger fangen Dank des Pollenflugs wieder an zu strahlen oder zu laufen. Dicke Klüsen überall. Man bin ich froh, dass ich nur eine Latexallergie habe. Allerdings das gehört nicht hierher. Obwohl, Hmm... es ist Frühling – vielleicht sollte ich mir doch mal die Zeit nehmen zur Desensibilisierung zu gehen. Wie man bekanntlich weiß, bringt der Frühling nicht nur Müdigkeit mit sich. Auch die Gefühle, Hormone und Gedanken spielen verrückt und man möchte schließlich den Gräsern und Bäumen in der Samenverteilung in nichts nachstehen. Man oder Mann ist ja schließlich auch nur ein Produkt der Natur, und es geht dabei um Arterhaltung, wenn auch nur um vorgetäuschte. Zurück von dem kleinen privaten Ausflug in die Idee der gestoppten Vermehrung. Also Frühling. Die Urlaubspläne werden begonnen, oder manch einer war sogar schon im Urlaub, meine Kinder zum Beispiel, mit ihrer Mutter, den Schwestern und dem Neuen. Scheint schön gewesen zu sein. Wie schön, das möchte ich mir eigentlich nicht wirklich vor Augen führen, ich bin, glaube ich, auch mächtig reif für eine Auszeit, also besser keine Sehnsüchte wecken. Ach Urlaub... Zu spät, Sehnsucht ist da. Misst!
Im Ergebnis einer Zusammenkunft, jetzt versteht man auch den Sinn des Wortes "Brunft" eben sich nur einfach angesehn, Dann dabei ertappt gemeinsam weg zugehn
Klar wo man landet wissen alle in einer daunenweichen Falle erst wird sich hier und da berührt Dann mit allen Sinnen das Gegenüber verführt
Es kommt auch dazu und wie man weiß meist ist man am Ende nass von Schweiß legt man Rast und Ruhe ein doch eigentlich nur um gleich wieder parat zu sein
Die Nacht hüllt uns wie eine Decke ein in einander verschlungen wie rankender Wein atemlos liegen wir - Bewegungen erstarrt mit nem Gummi die Natur genarrt.
Die Regungslosigkeit, sie löst sich auf Dem Narren ein neues Hütchen auf Damit man zwanglos Kaspern kann in diesem Theater zwischen Frau und Mann
Stefan Peter Andres
Oh Mann kann die Frau das nicht mal lassen mich immer derart anzufassen ihre Nägel im French Style gräbt sie mir ins Hinterteil
Jetzt spür ich, einem Messer gleich die Nägel in meinem Rückenfleisch tief graben sie sich in mich rein müssen schon fast an der Lunge sein.
Da ich höre ein Zischen und Saugen spür einen Unterdruck in meinen Augen Sie fragt: Was ist los mit dir mein Junge? ich hechel - das war durch bis auf die Lunge!
Eine luftleere Hülle liegt nun noch da wo eben ich gefüllt noch war unegrührt zieht sie sich an ruft eben bei Beate Uhse an