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Lars O. Heintel

Lars O. Heintel (LOH) lebt als Autor, Dichter und Zeichner mit Familie in Norddeutschland.
LOH, dessen Mittelinitial für den zweiten Vornamen Oliver steht, veröffentlicht bereits im Alter von 13 Jahren erste Texte und Zeichnungen. In Kooperation mit Zeichner Norbert Holle erscheint 1983 sein Comic-Band "Klärwerk EXTRA" in einmaliger Auflage von 2.300 Exemplaren. Nach dem Abitur 1986 fährt Heintel als Fernschreibfunker zur See, wo er sich als Zeichner und Moderator des Bordradios Radio Karibik auf dem Zerstörer Bayern verdingt, dem seinerzeit größten Kriegsschiff der deutschen Marine.
Anschließend konzentriert sich LOH in seiner künstlerischen Arbeit zunächst auf die Filmindustrie. In Zusammenarbeit mit vorwiegend Berliner Jungfilmschaffenden produziert er unter anderem das Musikvideo "Close 2 U" zur ersten Schallplattenveröffentlichung der norddeutschen Hardrock-Band Madison Head. Mehrere seiner Kurzfilme werden auf Filmfestivals gezeigt und im Fernsehen ausgestrahlt. Sein satirischer Kurzspielfilm "Die Rache der Karatekiller" von 1988 findet Aufnahme in den offiziellen Medienkatalog für Unterrichtsmaterial zum Themenkreis Medienkompetenz im Bundesland Nordrhein-Westfalen.
Parallel zu seinem filmischen Schaffen betätigt sich LOH sporadisch auch als Pressejournalist, von 1989 bis 1990 erscheinen Filmkritiken in einzelnen Stadtmagazinen, bevor er von Film und Fernsehen zur Werbung wechselt. Mittels neuer Möglichkeiten kreativen Arbeitens am Computer entstehen im L'ARS Multimedia Studio Anfang der 1990er Jahre Animationsfilme und Multimediaprojekte für verschiedene deutsche Unternehmen, wie Heinze-Verlag und Bausparkasse Schwäbisch Hall. Der mit rasanter digitaler Entwicklung einhergehenden Notwendigkeit ständiger technischer Anpassung überdrüssig, besinnt sich LOH jedoch bald seiner literarischen Wurzeln: Im VLOH-Verlag Lars O. Heintel veröffentlicht er unter dem Titel "Die Mutter der Autobahn" die Biografie seiner Großmutter Irmgard Heintel (ISBN 3-933349-00-X). Auf das überraschend große mediale Interesse hin entsteht 1998 ein gleichnamiger Dokumentarfilm in Zusammenarbeit mit Regisseurin Hilde Bechert und dem Bayerischen Rundfunk.
In den Folgejahren als freier Werbetexter und Dozent für kreatives Schreiben entwickelt LOH sein eigenes schriftstellerisches Werk weiter und ruft die Autorengruppe Schreiben nebenan ins Leben. Veröffentlichungen in Monatszeitschriften und Anthologien verschiedener Verlage folgen, sowie mit dem Online-Literaturportal Winser Textfeld ein erneuter Versuch, Computer und künstlerisches Schaffen zu vereinbaren. Auf Anregung seiner Kinder veröffentlicht LOH im Internet zusätzlich thematische Labyrinthe und Irrgärten. Unter www.irrgartenwelt.de finden sich neben digitalisierten Zeichnungen und informativen Texten auch Gedichte und Kurzgeschichten des Autors.


Weblinks

- Gedicht Fotofreund http://www.irrgartenwelt.de/fotosafari/index.html#bottom
- Gedicht Ode an den Erdapfel http://www.irrgartenwelt.de/kartoffelwettkampf/index.html#bottom
- Kurzgeschichte Kernfrage http://www.irrgartenwelt.de/apfelschmaus/index.html#bottom
- Filmkritik Münchhausen http://www.irrgartenwelt.de/muenchhausen/index.html#bottom
- Lesung Tropfen-Weise http://www.nebenan-in-winsen.de/lesung-tropfenweise.html
- VLOH Verlag Lars O. Heintel http://www.vloh.de/index.html


Ein Interview mit Lars O. Heintel finden Sie auf der Seite Autoren bei Litrum.



Nicht weit vom Stamm fiel der Apfel. Noch benommen vom Sturz sortierte er sein Kerngehäuse und entrunzelte die angeschlagene Schale über einer Sturzdelle, die er bereits inwendig braun werden fühlte. Von dort ausgehend füllte sich sein pralles Fruchtfleisch mit Vergänglichkeit. Just abgenabelt und dumpf aufgeschlagen ahnte er bereits den nahenden Tod. Den Apfel jammerte sein stündlich unausweichlicher scheinendes Schicksal, doch fehlte ihm ein Adressat für seinen Kummer. Vor kurzem noch in engster, nie hinterfragter Verbundenheit mit Mutter Baum, in ständigem, als natürlich und selbstverständlich hingenommenem Austausch von Nähr- und Botenstoffen, wusste er sich der unerreichbar nahen Riesin nun nicht mehr mitzuteilen.  
Die Nacht kam und ging. Von des Apfels einzig verbliebenem Blatt fiel ein Tautropfen zu Boden. Oder war es eine Träne? Und mit dem Tropfen sickerte des Apfels Elend durch das Erdreich in die Tiefe, wo die Wurzeln von Mutter Baum mit dem kraftspendenden Wasser auch die drängende, stumme Frage des Apfels aufsogen:  «WAS SOLL AUS MIR WERDEN?»  
Die Sonne stieg. Süßer Duft entwich dem Apfel, ein warmer Mittagshauch von Verwesung. Durch des Baumes dichtes Blattwerk fand ein Sonnenstrahl zum daniederliegenden Apfel, seine lädierte Schale zu liebkosen. Berührt von der Wärme vergaß der Apfel für einen winzigen Moment seinen Kummer und augenblicklich erfüllte ihn Gewissheit und Trost noch bis in die kleinste sich in Auflösung befindliche Fruchtfaser. Denn auf dem Rücken des Sonnenstrahls hatte Mutter Baum ihre Antwort von der belaubten Krone zu Boden gesandt: «SIEH MICH AN!»  

Lars O. Heintel



Früher – ja, das waren Dichter:
Goethe, Lessing oder Schiller
schrieben noch von Hand mit Füller
Wortkunstwerke, Glanzeslichter
voller Kraft und Poesie.
So was schuf ich leider nie.  

Drum kritisier ich, wo ich kann,
lieber Gedichte andrer Leute.
Denn so ist das nun mal heute:
Wer lauthals meckert, gilt als Mann,
Poeten aber als Mimosen
mit wirrem Haar und leeren Hosen.  

So verdient in dieser Welt
der Dichter Spott – und ich das Geld.  

Lars O. Heintel