Carsten Pape ist mit Leib und Seele Musiker. Deshalb spielt sein Roman „Kreativ-Pause“ auch in der Musikszene. Über sich selbst sagt er: „Ich bin ein alter Kämpfer, der nie aufgeben wird, die Menschen zu mögen.“ Eine der wohl wichtigsten Voraussetzungen für einen Autor.
Warum schreiben Sie, Herr Pape? Aus einem inneren Drang heraus. Ich möchte meine Geschichten, die ich im Kopf habe, vor mir sehen. Auch habe ich mehr Geschichten im Kopf, als ich jemals aufschreiben werde und dadurch ist es immer wieder interessant für mich, wie mein Unterbewusstsein entscheidet, welche von den Geschichten es wirklich Wert ist auf dem Papier zu landen. Doch möchte ich an dieser Stelle nicht vergessen zu erwähnen, dass das Schreiben mir auch eine große Freude ist. Es vermittelt mir ein Lebensgefühl, welches ich nicht missen möchte.
Wie gehen Sie als Autor mit dem Web um? Oh, da bin ich eigentlich ziemlich altmodisch. Erst vor kurzem habe ich damit begonnen mich mehr mit dem Web auseinander zu setzen. Ich denke, dass es für Recherchen ein sehr gutes Hilfsmittel sein kann und dass man durchaus auch gute Kontakte knüpfen kann. Aber wie gesagt, ich bin da ein bisschen altmodisch und das bleib ich wohl auch.
Wie wird man heutzutage als Autor bekannt oder gar berühmt? Wie man berühmt wird? Diese Frage erscheint mir ein wenig zu einfach. Deshalb stelle ich mich zunächst den schwierigeren, doch eigentlich nicht gestellten Fragen: Wie werde ich gut und kann ich irgendwann einmal vom Schreiben leben? Kann ich bei einer Lesung meine Geschichten zum Leben erwecken und meine Zuhörer in meine Welt entführen? Haben Menschen Spaß meine Geschichten zu lesen? Unterhalte ich sie damit wirklich? Ich könnte wahrscheinlich hier endlos weiter machen und man könnte dabei den Anschein bekommen, dass ich mich doch nur um die Antwort der wirklich gestellten Frage drücken will. Nein, das will ich ganz bestimmt nicht. Nur ist es mir unangenehm,sie zu beantworten. Ich werde es aber trotzdem tun, auch wenn ich nicht will, dass es irgendjemand gibt, der sich dadurch inspiriert fühlt. Eine ehrliche Frage, eine ehrliche Antwort. Rufen Sie alle wichtigen Fernsehstationen und Tageszeitungen an. Dann nehmen Sie sich ein Schrotgewehr und erschießen sie alle Menschen, die ihnen lieb und teuer sind. Dann stecken Sie ihr Haus an. Danach stellen Sie sich reumütig der Polizei. Machen Sie vor Gericht eine gute Figur. Freundlich, umgänglich, so das sich niemand erklären kann, wie Sie das tun konnten. Nehmen Sie die Strafe mit Reue entgegen. Bei gutem Rechtsanwalt und prima psychologischer Betreuung, bekommen Sie so circa acht Jahre. In dieser Zeit nehmen Sie sich einen tollen Geisterschreiber und erzählen ihm die Geschichte ihres Lebens. Daraus machen Sie dann selbst ein Buch mit dem Titel: DURCHGEDREHT
Was ist Ihre Strategie, einen Verlag zu finden? Arbeiten, Arbeiten, Arbeiten. Das Beste geben und nie den Glauben an sich selbst verlieren!
Sollten Autoren heute mehr zusammenarbeiten? Es ist doch schön, wenn man mit anderen Menschen etwas teilen kann. Autoren sollten da keine Ausnahme machen.
Welche Art von Literatur schreiben Sie? Das ist wirklich eine lustige Frage. Am liebsten würde ich Berührungsliteratur schreiben. Das Menschen die meine Geschichten Lesen, nicht darüber nachdenken ob ich gut oder ob ich schlecht schreibe, sondern beim zu klappen meines Buches das Gefühl haben, dass etwas vorbei ist, wofür es sich gelohnt hat, die Zeit zu investieren. Das, wenn ein dritter sie nach der Beschreibung des Buches fragt, nur die Antwort kommt: „ Kann man nicht beschreiben, muss man gelesen haben.“
Wann ist jemand ein Schriftsteller? Wenn man Schreiben kann und wenn man sich stellen kann. Dann ist man Schriftsteller.
Welche Umgebung brauchen Sie zum Schreiben? Ruhe! Auf keinen Fall in irgendeiner Kneipe oder in einem Cafe. Schreiben ist für mich eine intime Sache.
In eigenen Worten: Wer sind Sie eigentlich? Ich bin ein alter Kämpfer, der nie aufgeben wird, die Menschen zu mögen. Ein Musiker der immer noch auf der Suche nach dem Song ist. Ein Geschichtenerzähler. Einer der weiß, dass wenn er Morgen sterben würde, seine letzten Worte sein würden: „ Es hat sich gelohnt.“
Was machen Sie neben dem Schreiben? Ich bin Musiker von Beruf und das mit Leib und Seele. Ich stehe über hundert Mal im Jahr auf irgendwelchen Bühnen. Einerseits mit meiner Band „Papes-Brüder“ oder mit meinem Freund und Kollegen Lotto King Karl. Im nächsten Jahr werden es wohl noch mehr Auftritte werden, da noch ein drittes Projekt mit dazu gekommen ist. Das hat allerdings weniger mit Musik zu tun, sondern mehr mit Literatur. Ab Februar 2009 bin ich mit den beiden Ausnahmeliteraten Armin Sengbusch und Viktor Hacker auf „ Feuerbrüder Tour“. Meine literarischen Werke auf die Bühne zu bringen, integriert in einer Show, war schon immer ein Traum von mir gewesen.
An welchen Projekten arbeiten Sie derzeit? Ich arbeite gerade an einem neuen Album mit Lotto King Karl, welches im April nächsten Jahres auf den Markt kommen soll. Mein zweites Buch ist jetzt auch in Arbeit. Es trägt den Titel “Das Rutschbahnverfahren“. Ich bin jetzt im 8. Kapitel und es wird irgendwann im nächsten Jahr erscheinen.
Das Interview führte Torsten Schubert
„Der Mensch soll seinem Weg folgen“
Für den jungen Autor Manuel Göpferich sind Erlebnisse und Begegnungen bedeutend
Manuel Göpferich ist noch in der Ausbildung zum technischen Zeichner und hat bereits erste Werke veröffentlicht. Zusätzlich absolviert er ein Privatstudium Kreatives Schreiben bei dem Schriftsteller Rüdiger Heins in Bad Kreuznach. Über das Schreiben sagt er: „Den Wert, den Bücher und deren Inhalte haben, darf man nicht unterschätzen. Menschen verändern ihr Leben nach Büchern! Dem Schriftsteller obliegt es, seinen Lesern neue Ideen und Chancen aufzuzeigen.“
Warum schreiben Sie? Ich schreibe, um Menschen mit den Inhalten meiner Bücher zu helfen und weil ich an dieser Kunst reifen möchte.
Was schreiben Sie? Ich schreibe Gedichte, Erzählungen, Kurzgeschichten und Essays.
Verändert das Web die Literatur? Durchaus. Autoren und Autorinnen haben eine weitere Möglichkeit zu veröffentlichen und sich zu etablieren. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass digitale Literatur unglaubliche Vorteile haben kann, weil manche guten Texte oder ganze Literaturmagazine ohne Druck- und Versandkosten publiziert werden können. Dennoch wird das Buch in seiner jetzigen Form, davon bin ich überzeugt, einen Status behalten, den man nur schwer erreichen kann.
Wie gehen Sie als Autor mit dem Web um? Im Grunde gefällt mir die Anthologie oder Literaturzeitschrift, die ich in Händen halte, etwas besser als die Veröffentlichung im Internet. Doch wird der eigene Name in bekannten Suchmaschinen eingegeben, kann jeder die Gedichte und Kurzgeschichten des Autors oder der Autorin lesen.
Wie wird man heutzutage als Autor bekannt? Manchmal ist der Erfolg von Artikeln, Rezensionen und Werbezetteln zu bezweifeln, denn diese Werbemaßnahmen führen nicht immer zum gewünschten Verkaufserfolg. Zunächst sollte der eigene Name häufig in lokalen Zeitungen auftauchen. Hat das Buch den ersten dreißig Lesern gefallen, werden sie dies vielleicht ihren Freunden und Bekannten mitteilen. Jemand, der den Namen und eine Empfehlung hat, wird das Buch aller Wahrscheinlichkeit nach erstehen. Öffentlichkeitsarbeit und Mundpropaganda müssen sich ergänzen.
Schreiben gehört für den Autor Werner Bühler einfach zu seinem Leben dazu
Was ist Ihre Strategie, einen Verlag zu finden? Bisher gab es für mich keinen Anlass einen Verlag zu finden, da weder mein Ehrgeiz, noch meine Fähigkeiten, noch Zahl und Qualität meiner bisherigen "Werke" eine solche Suche nahe legen würden.
Wie wichtig ist das Schreiben für Ihre Leben? Schreiben spielt in meinem Leben bisher keine so große Rolle, es gehört irgendwie dazu, steht aber nicht im Vordergrund. Ich schreibe, wenn mir was einfällt, was ich für aufschreibenswert halte - für mich selbst, oder manchmal auch, um anderen meine Gedanken mitzuteilen. Schreiben ist für mich auch ein Spiel; ein Spiel mit Sprache und mit Wörtern. Sprachspielereien haben mich schon immer fasziniert und interessiert, genau so wie das Spiel mit Zahlen.
Welche Art von Literatur schreiben Sie? Meine Texte sind meist in Gedichtform - gereimt oder auch nicht. Prosatexte sind bei mir eher die Ausnahme und sicher nicht die besseren. Inhaltlich bin ich dabei nicht unbedingt auf bestimmte Themenbereiche festgelegt. Stichworte beziehungsweise Themen liefern mit meist Begegnungen mit Menschen, mit Ereignissen und Situationen, mit der Natur, kurz gesagt einfach das Leben. Ein wichtiger Bereich ist für mich in den letzten Jahren die Verbindung von Wort und Bild geworden. So gibt es zum Beispiel einige Gedichte, die zu (meist eigenen) Fotografien entstanden sind. (Ein Beispiel ist das Gedicht "Zwei Hände" das samt zugehörigem Bild bereits bei litrum zu lesen ist.) Genauso gibt es allerdings auch eigene oder fremde Texte, zu denen ich auf Fotomotivsuche gehe. (Beispiele dafür sind Bibeltexte, Psalmverse, zu denen ich mit meinen Fotos eine Illustration zu finden versuche)
Welche Umgebung brauchen Sie zum Schreiben? Mein Schreiben geschieht zunächst einmal im Kopf. Das kann manchmal auch eine längere "Schwangerschaft" sein, während der ein Text auf seine "Geburt" vorbereitet wird. Die meisten Texte sind dementsprechend dann schon weitgehend "fertig", wenn ich sie zu Papier oder zu Bildschirm bringe. Das heißt aber auch, dass ich keine bestimmte Umgebung brauche. Das kann die Badewanne sein, eine Fahrt auf meinem Fahrrad, ein Spaziergang, ein Konzert, oder gar während einer Beerdigung (siehe meinen Texte "Am Grab I bis III" bei litrum)
Ihre Tipps für Kollegen? Zu dieser Frage fällt mir nur ein Tipp ein: Lest Euch Eure Texte laut vor (oder lasst sie andere laut vorlesen)! Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht, um Unebenheiten im Text oder Fehler im Versmaß von Gedichten zu entdecken.
Sollten Autoren heute mehr zusammenarbeiten? Zusammenarbeit ist wichtig - nicht nur zwischen Autoren. Das Problem ist wohl, dass nicht jede / und jeder zur Zusammenarbeit geboren ist. Nun muss ja Zusammenarbeit nicht unbedingt immer darin bestehen, gemeinsame Texte zu schaffen. Für mich ist Zusammenarbeit auch erstrebenswert, wenn s "nur" darum geht, sich auszutauschen, Texte gegenseitig zu beurteilen und - wenn erwünscht - auch Verbesserungsvorschläge zu machen. Ich wäre jedenfalls dankbar auch kritische Anmerkungen zu meinen Texten zu erhalten. Ob ich sie dann in meinen Texten auch immer berücksichtigen möchte, ist eine ganz andere Frage. Da vielleicht nicht jeder solche Verbesserungsvorschläge öffentlich lesen mag, möchte ich folgende Idee zur Diskussion stellen. Ich könnte mir vorstellen, dass solche Anmerkungen zu den Texten anderer an Herrn Schubert geschickt werden, der sie dann dem jeweiligen Autor per Email zukommen lässt.
Was machen Sie neben dem Schreiben? Schreiben ist natürlich nicht meine Hauptbeschäftigung. In meiner beruflichen Tätigkeit war ich bis vor kurzem als Pastoralreferent im (kath.) kirchlichen Dienst vorwiegend in der kirchlichen Erwachsenenbildung aber auch in einigen anderen Bereichen eingesetzt. Daneben gab und gibt es einige ehrenamtliche Tätigkeiten, wie zum Beispiel die Mitarbeit in einem Weltladen, in der Partnerschaft unseres Bistums mit der Kirche Boliviens, im entwicklungspolitischen Landesnetzwerk. Ein Hobby ist für mich der Chorgesang und vor allem in den letzten Jahren zunehmend die Fotografie (siehe: http://www.flickr.com/photos/werner43). Auf die Schnittstellen zwischen der Fotografie und meinem Schreiben habe ich ja bereits hingewiesen.
In eigenen Worten: Wer sind Sie eigentlich? Ja, "Wer bin ich eigentlich?" Dazu gibt es sicher nicht nur eine Antwort. Ich will mit einer Erfahrung beginnen, die mich schon seit Jahren begleitet: Immer wieder werde ich mit anderen verwechselt. So zum Beispiel vor Jahren als ich einen ganzen Vormittag lang mit einigen Leuten zusammen unser Pfarrfest vorbereitet habe und mich dann einer gegen Ende dieser Arbeiten fragte: "Sag mal, bist du eigentlich der Wolfgang oder der Christoph?" Ich kenne die beiden und eine gewisse Ähnlichkeit mag da sein, aber zum Verwechseln? Dann vor einigen Wochen traf ich jemand in der Stadt, der mich anschaute, als müsste ich ihn kennen. Ich grüßte ihn und er erwiderte den Gruß: "Christoph?" Dann erst vor kurzem war ich mit einer Reisegruppe unterwegs, in der drei Leute waren, die mich zwar nicht verwechselten, aber mir sagten, sie würden jemand (und zwar nicht den selben) kennen, dem ich "zum Verwechseln ähnlich" sei. Also: Wer bin ich eigentlich? Ein Allerweltstyp? Mir fällt es nicht ganz leicht nun genauer zu beschreiben, wer ich bin, natürlich gibt es da einige Standardantworten: Werner Bühler, 64 Jahre, geboren und groß geworden (bzw. 165 cm klein geblieben) in einer schwäbischen Kleinstadt. Verheiratet, Vater von 3 erwachsenen Kindern und Großvater von 4 zwei- bis vierjährigen Enkeln, seit einigen Monaten in der Freistellungsphase im Rahmen der Altersteilzeit.... Aber sagt das wirklich wer ich bin? Einige Zeilen aus einem meiner Gedichte machen deutlich, dass ich mit der Beantwortung dieser Frage selbst noch lange nicht fertig bin:
Ich sitze manchmal einfach da und schaue hinein im mich selbst da gibt es recht viel zu entdecken, auch wenn ich's versuch zu verstecken, da sind sie die Kanten und Ecken....
Wer mehr über mich wissen will, darf gerne fragen. (Und wenn mir die Fragen gefallen, werde ich sie auch beantworten.)
Lars O. Heintel macht sich die Mühe, die Menschen kennen zu lernen, für die er schreibt
Warum schreiben Sie? Schreiben konserviert. Ich hatte von klein auf so viele Ideen und Gedanken, dass ich bereits male und zeichne, seit ich denken kann. Als das Schreiben als neue Fertigkeit hinzu kam, wurde es deutlich einfacher, auch abstraktere Ideen zu Papier zu bringen und auf diese Weise nicht nur aufzubewahren, sondern auch weiter zu verfolgen und zu vertiefen. Später faszinierte mich die Möglichkeit der Reproduktion, sprich: meine Wirkung auf Andere mit Kopien meiner Gedanken zu vervielfachen. Deshalb arbeitete ich bereits früh an Schülerzeitungen mit. Noch schöner wurde es, als sich mir die Möglichkeit bot, mit Schreiben Geld zu verdienen. Ich habe viele Jahre lang als Werbetexter gearbeitet und nehme noch heute hin und wieder interessante Aufträge an.
Was schreiben Sie? Querbeet, je nachdem, was mir so einfällt. Ich habe Dramen, Kurzgeschichten und Gedichte geschrieben, Reportagen, Drehbücher, Briefe, Satiren, Konzepte und vieles mehr. Die meisten meiner Texte dürften als "Gebrauchsliteratur" gelten, mit einem gewissen Nutzwert, der häufig schnell überholt war. Nur wenige meiner Arbeiten haben es bisher in Bücher geschafft, die über mehrere Jahre oder Jahrzehnte aufbewahrt werden.
Verändert das Web die Literatur? Das Web eröffnet Autoren vollkommen neue Möglichkeiten. Auch darüber gibt es ganze Bücher; ich kann diese Frage hier nicht erschöpfend beantworten. Aber nehmen Sie allein die Lyrik: In Gedichtbänden verstauben poetische Texte als Ladenhüter in den Buchgeschäften, wenn sie es überhaupt bis dorthin schaffen. Dabei gibt es ein großes Bedürfnis nach Poesie und Lyrik! Das Web eröffnet neue Zugangs- und Vertriebswege. Es ist kaum zu glauben, aber unter meinen Internetseiten werden zu meiner ureigensten Überraschung diejenigen mit meinen Gedichten am allerhäufigsten aufgerufen. Ein Beispiel dafür findet man unter: www.irrgartenwelt.de/kartoffelwettkampf : eine Seite, die mehrere Dutzend Menschen täglich aufrufen.
Wie wird man heutzutage als Autor bekannt? So wie immer schon: 1.) Man verlässt den Elfenbeinturm und hört sich in der Welt danach um, was Menschen interessiert und wo ihnen was in welcher Weise fehlt. 2) Man nutzt die Gunst der Stunde und schafft und ergreift Gelegenheiten, statt darauf zu warten, entdeckt zu werden. 3) Man liefert nachhaltig und kontinuierlich Qualität – sonst ist es mit der Berühmtheit schnell wieder vorbei oder sie schlägt ins tragische um.
An welchen Projekten arbeiten Sie derzeit? Momentan denke ich über die Online-Version eines satirischen Diätratgebers nach, den ich bereits Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts geschrieben habe.
Wie wichtig ist das Schreiben für Ihre Leben? Ein Leben ohne Schreiben ist mir nicht vorstellbar; dafür ist es viel zu sehr essentieller Bestandteil. Könnte ich nicht schreiben, würde ich vermutlich deutlich mehr zeichnen und vielleicht mit dem Komponieren beginnen. Meine ersten Versuche diesbezüglich waren recht ermutigend, letztlich aber doch zu mühsam.
Wann ist jemand ein Schriftsteller? Wenn er sich als solcher empfindet. Punkt.
Ihre Tipps für Kollegen? Wer für andere Menschen schreibt, sollte sich die Mühe machen, sie kennen zu lernen. Das heißt: Zuhören, beobachten, aktiv auf andere zugehen, Ablehnung in Kauf nehmen, konstruktive Kritik begrüßen und verwerten.
Was machen Sie neben dem Schreiben? Ich bin an allererster Stelle Familienvater mit vier Kindern. Zeitweise hat mich dieser selbst gewählte Umstand dazu gezwungen, den Großteil des Familieneinkommens aus nicht-kreativer, meist beratender Tätigkeit zu bestreiten. Das war aber immer nur vorübergehend so. Derzeit hält es sich ungefähr die Waage, sie neigt sich jedoch gerade wieder zugunsten des schöpferischen Schaffens.
Ein Gespräch mit der norddeutschen Autorin Sabine Fenner, die mit ihrem Schreiben sowohl negative als auch positve Dinge in ihrem Leben verarbeitet
Warum schreiben Sie? Neben der Musik nimmt das Schreiben für mich einen immer größeren Platz ein; es ordnet meine Gedanken, hilft mir bei der Verarbeitung des Alltags, erfreut und bereichert mich. Das Leben ist so bunt, die Facetten so vielfältig, da kann ich nicht anders...
Was schreiben Sie? Ich schreibe vorrangig Lyrik und Aphorismen.
Wie wird man heutzutage als Autor bekannt? Darüber denke ich eigentlich nicht wirklich nach, denn dann hätte ich wohl kaum noch die Freiheiten, das zu schreiben, was mir am Herzen liegt.
An welchen Projekten arbeiten Sie derzeit? Derzeit arbeite ich mit meinem Autoren Kollegen Manfred Wrobel www.manfredwrobel.eu an einer Foto/Text- Anthologie für den guten Zweck, die im Jahre 2008 zur Veröffentlichung kommt und von uns herausgegeben wird. Persönlich schreibe ich an meinen ersten Soft-Krimi, da gibt es aber noch viel zu recherchieren, so wird es noch etwas dauern, bis dieser erscheint.
Wie arbeiten Sie? Ich arbeite gern allein, lasse mich aber auch von befreundeten Autoren beraten, berichtigen und kritisieren. Halte es für sehr wichtig, mich auch mit anderen Schreibenden auszutauschen, um mich noch verbessern zu können.
Warum schreiben Sie? Weil ich etwas zu sagen habe, weil ich etwas bewegen will.
Was schreiben Sie? Hängt davon ab, was mich im Moment bewegt, poetisches, investigatives, sachliches.
Verändert das Web die Literatur? Mit Sicherheit, denn wer für seine Werke keinen Verlag findet, kann sich trotzdem durch das Web vielen Menschen mitteilen, sich präsentieren.
Wie gehen Sie als Autor mit dem Web um? Ich will nicht darauf verzichten, es ist spontaner aber in der Spontanität sind auch die Risiken verborgen. Einmal dort Geschriebenes ist gesagt, öffentlich, kann gelöscht aber nicht zurückgenommen werden.
Wie wird man heutzutage als Autor bekannt? Die Frage, wie man bekannt wird, kann ich nicht beantworten. Ich vermute, man muss stur genug sein, nicht aufgeben. Darüber, wie man berühmt wird, habe ich noch nie nachgedacht, weil es mir persönlich nicht wichtig ist und außerdem glaube ich, dass man nicht mehr authentisch ist, wenn man sich derartige Ziele setzt.
Was ist Ihre Strategie, einen Verlag zu finden? Nachdem sich die Medienlandschaft in den letzten circa zehn Jahren dramatisch verändert hat, großteils von Monopolisten beherrscht wird, muss man neue Strategien entwickeln, was mir auch noch bevorsteht. Hier könnte es wieder von Vorteil sein, berühmt zu sein, denn dann wird das Interesse der Verlage von selbst geweckt.
An welchen Projekten arbeiten Sie derzeit? An drei Büchern zu vollkommen unterschiedlichen Themen, wobei eines in Zusammenarbeit mit der hier ebenfalls vertretenen Gabriele Junkerentsteht. Ein Projekt ist ein Ratgeber für Computernutzer mit dem angedachten Titel „Schäubles Welt – wie schützt man sich vor ihr“ das sich mit Computersicherheit beschäftigt. Ein weiteres Projekt hat das Thema „Existenzgründungen – woran sie so häufig scheitern“ und das dritte Buch, an dem ich gemeinsam mit Gabi arbeite, hat im Entwurf den Titel „Zwischen den Mühlrädern der Justiz“. Außerdem gibt es da im Moment noch ein Webprojekt unter http://k-d-e.info, mit dem ich versuche, einen Justizskandal in Baden Württemberg nachzuweisen, dessen Vertuschung zu verhindern.
Ein Interview mit der Berliner Rechtsanwältin Martina Haas die mit ihrem Karriereleitfaden „Was Männer tun und Frauen wissen müssen - Erfolg durch Networking“ vor allem Frauen davon überzeugen will, dass Networking nicht ehrenrührig ist.
Warum schreiben Sie? Um mein Anliegen beziehungsweise meine Botschaft einem größeren Kreis von Menschen bekannt zu machen, was in Einzelgesprächen nicht möglich wäre.
Was schreiben Sie? Berufs- und Karriere orientierte Fachliteratur.
Wie wird man heutzutage als Autor bekannt? Über Themen, die für andere von Interesse sind und deutlich unterscheidbar dargeboten werden. Ohne gute Netzwerke hilft das alleine nicht, denn das geschriebene Wort muss auch vertrieben werden wie jedes andere Produkt.
Was ist Ihre Strategie, einen Verlag zu finden? Es bedarf in jedem Fall zweier Dinge:
•Einer Marktanalyse: welcher Verlag publiziert was und wie in meinem Themensegment und Genre. •Eines Exposes auf Basis eines intelligenten Buchkonzeptes mit genauer Kenntnis der Zielgruppe/n und der Autorenkonkurrenz.
Gespräch mit Eva Siebenherz, deren dokumentarische Erzählung „Tränen aus Eis“ gerade erschienen ist
(Verlag: Twilight-Line)
Die Machenschaften des DDR-Regimes in Erinnerung halten und anderen Menschen Mut machen ihr Leben in die Hand zu nehmen, es neu zu ordnen und vielleicht dadurch auch die Kraft finden um die Suche nach den Kindern oder Eltern wieder auf zu nehmen, das möchte die Autorin Eva Siebenherz mit ihrer dokumentarischen Erzählung über die Zwangsadoption von Kindern erreichen.
Warum schreiben Sie? Ich schreibe hauptsächlich, um das Erlebte und das Erleben zu verarbeiten und fest zu halten. Als Erinnerung für meine Kinder und für mich selbst.
Was schreiben Sie? Bisher habe ich eine dokumentarische Erzählung über mein Leben „Tränen aus Eis“, ein Kinderbuch, eine Auswandererratgeber und diverse Kurzgeschichten geschrieben.
Verändert das Web die Literatur? Unbedingt. Es ist leichter geworden etwas zu veröffentlichen. Man darf und kann es aber auf keinen Fall mit Erfolg oder Verkaufen gleich setzen. Das passiert nur in ganz wenigen Fällen. Aber es wird gelesen. Und in den vielen Literaturforen wird es rezensiert, korrigiert und kritisiert. Wenn man sich damit ernsthaft auseinandersetzt kann man dabei viel lernen und seinen eigenen Stil entscheidend verbessern.
Der 15-jährigen Fantasy-Autorin Anne Lück hat es das Schreiben von Geschichten von Anfang an angetan. Es war für sie eine Ausflucht aus der Realität. "In meinen Geschichten konnte ich immer schon das erleben und geschehen lassen, was in unserer Welt gar nicht oder nur für mich nicht möglich war", sagt sie. Und: "Das Schreiben hat mich einfach befreit."
Was schreiben Sie?
Eigentlich schreibe ich fast ausschließlich Fantasy-Geschichten, aber manchmal kommen mir ganz tolle Ideen zu Love-Story's und die muss ich natürlich auch niederschreiben.
Verändert das Web die Literatur?
Ich denke schon. Mit meinen 15 Jahren habe ich natürlich darin noch nicht so große Erfahrung, aber ich denke, dass das Web Vieles einfacher gemacht hat. Ohne sich gleich an einen Verlag wenden zu müssen, kann man seine Texte auf diverse Internet-Seiten stellen und somit erfahren, was Leser und andere Autoren davon halten.
Der Autor Günter Claas ist in vielen literarischen Bereichen zu Hause
Wo andere sich Ins Rentnerdasein zurückgezogen haben, wird der Ruheständler Günter Claas noch einmal richtig aktiv. Er greift in die Tastatur - und hat damit Erfolg. Sein Buch "Jambo (K)ein bisschen Hund" verkauft sich gut und er ist ein gefragter Gast bei Lesungen.
Warum schreiben Sie?
Weil es mir einfach Spaß macht. Im Alter von zehn Jahren schrieb ich meine ersten Gedichte und kleine Geschichten. Sie waren meiner Mutter gewidmet. Später schrieb ich nur sehr selten; unser nicht einfaches Leben und harte Schicksalsschläge standen dem Niederschreiben vernünftiger Inhalte entgegen. Erst als gereifter Mensch schrieb ich wieder. Jetzt waren die Texte meiner Frau gewidmet. Während meines Berufslebens dachte ich zwar oft daran, mehr zu schreiben. Doch eben dieser Beruf und auch die vielen Dinge, die ich mit meiner Familie unternahm, ließen mich das Schreiben immer mehr verdrängen. Das Erreichen des Ruhestands und das Drängen meiner Frau ließen mich wieder zur Feder, sprich zur Tastatur greifen. Neben vermehrten kleinen Geschichten entstand dann das Buch „Jambo (K)ein bisschen Hund“, die Erzählung eines Hundes, der sein Leben von der Zeit des Welpendaseins bis zum erwachsenen Tier darstellt. Es wurde ein Buch für Leser aller Altersgruppen, humorvoll, zum Nachdenken anregend, lehrreich und augenzwinkernde Kritik am menschlichen Verhalten ausübend.
Was schreiben Sie?
Sehr gerne Kurzgeschichten, Reiseberichte, Gedichte, Romane
Verändert das Web die Literatur?
Das Web kann meines Erachtens die Literatur nicht verändern. Es bringt sie nur einem größeren Interessentenkreis näher, macht mehr auf sie aufmerksam.
Die Wuppertaler Autorin Roswitha Lunetta-Kapp liest Kindern gerne Geschichten vor
Für Roswitha Lunetta-Kapp ist Schreiben ihr schönstes Hobby. Die ehemalige Verkäuferin und Kinderbetreuerin schreibt vor allem Kurzgeschichten für Kinder. Ihre Mission als Schriftstellerin: Kinder sollen angeregt werden, zum Nachdenken und auch aus Fehlern zu lernen.
Warum schreiben Sie? Ich schreibe weil es mir Freude macht zu schreiben und manchmal auch, weil ich damit Erlebtes gut verarbeiten kann.
Was schreiben Sie? In erster Linie schreibe ich Kurzgeschichten für Kinder.
Verändert das Web die Literatur? Ja, im Zeitalter der Computer auf jeden Fall! Es gehen sehr viele ins Web und lesen dort die Seiten, die ins Web gestellt werden. Dadurch kommen Informationen und Literatur mehr in die Öffentlichkeit.
Wie gehen Sie als Autor mit dem Web um? Ich benutze es, um Verlage zu finden und mir Informationen als Autor zu suchen. Risiken sehe ich eigentlich mehr für Kinder, die unbetreut ins Internet gehen und Seiten aufschlagen, die für Kinder absolut nicht geeignet sind.
vielen Dank für Ihre Anfrage das Interview und das Bild betreffend. Aber ich fürchte, ich muss Sie etwas enttäuschen, vor allem was das Bild betrifft. Ich möchte auch sagen warum. Ich trenne streng zwischen Wort und Bild, einmal weil in der modernen Medienlandschaft ein ziemliches Ungleichgewicht zwischen Wort und Bild besteht, zweitens weil ich mich als Poet verstehe und nicht als Maler und drittens, weil ich deswegen um die Grenzen der Wortkunst und der Bildkunst weiß. In diesem Punkt bin ich unbedingter Anhänger von Lessings Dichtungstheorie, wie er sie in der Hamburgischen Dramaturgie niedergelegt hat. Sie bekommen aber trotzdem ein Bild von mir, nämlich einen Text, der beim Lesen ein Bild in Ihnen erzeugen wird. Wenn nicht ist, ist es ein schlechter Text und Sie können ihn wegwerfen. Ich denke, Autoren sollten sich stärker dem Verlangen, abgelichtet zu werden, widersetzen, aber wir sind halt Kinder des Geniekults der Sturm- und Drangzeit, der den Künstler als ein Sohn der Götter ansah und einen ziemlichen Kult um den Autor begründete. Ich neige eher in diesem Punkt zu den Künstlern des Mittelalters, die nicht einmal ihre Bilder signierten. Also die Kunst ist wichtig, nicht der Künstler. Hier nun mein Bild:
Es kling herüber aus vergangnen Tagen Ein Ton? Ein Wort? Vielleicht sogar ein Reim? Kann noch nichts unterscheiden, noch nichts sagen, Es ist ein immerwährender Gesang,
Seitdem der Vogel mich hat angerührt Mit seinen weichen nachtgetönten Schwingen. Sie werden lachen, weil sie mich doch kennen Und weil schon längst vergangen ist Musik,
Ich aber kann nichts weiter als nur singen Und lauschen hinterher dem eignen Klang; Sie sagen, dass ein Mensch, bevor er endet,
Das Leben noch einmal sich zu ihm wendet. Vielleicht ist’s so, doch wäre das der Preis, Dass ich einmal in mir den Ton gefunden?
Wie dem auch sei, ich freue mich in Ihnen einen Menschen gefunden zu haben, der an meinen Werkstatterzeugnissen interessiert ist und dass die Milch aus dem Süden den Menschen im Norden zu schmecken scheint.
Salut. Eckart Böhnisch
PS.: Mit dem Interview habe ich auch meine Schwierigkeiten. Wir Autoren sind doch ein großes Vogelkonzert - und zum Beispiel einen Raben können Sie nicht mit einer Nachtigall vergleichen, wobei ich den Raben nicht abwerte. Auch er hat seinen Platz in Gottes vielfältiger Schöpfung, auch wenn er sich manchmal auf sein Krah, Krah viel einbildet und manchmal sogar die Nester der Nachtigallen plündert.
Denken und Nachdenken
Der Journalist und Autor Jürgen Kirschner möchte ein Gegengewicht zur heutigen Welt schaffen
„Eine kinder- und menschenfreundliche Welt zu erschaffen“, sieht Jürgen Kirschner als seine Mission an, „und wenn wir die Philosophie dafür neu erfinden und die Gesellschaft auf den Kopf stellen müssen“. Konsequent schreibt der Autor vor allem sozial- und gesellschaftskritisch. Sein eigenes Leben ist geprägt von Streben nach Wissen und Auseinandersetzung mit der ihn umgebenden Welt. Nach der Realschule schließt der heute 42jährige zunächst eine Lehre im Bauhandwerk ab, qualifiziert sich bis zum Meister, holt dann das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nach, wird Ingenieur, reist durch andere Länder, lebt länger in Kanada. Studiert dann noch einmal, diesmal Geisteswissenschaften und lebt heute als freier Journalist und Schriftsteller in Stuttgart. Für seine Gedichte und Reportagen hat Jürgen Kirschner bisher mehrere Auszeichnungen erhalten. Ein Foto von ihm möchte er nicht in der Öffentlichkeit sehen, da er unter anderem auch Themen recherchiert, die sozial- und gesellschaftskritisch sind. Wird er dabei in der Öffentlichkeit erkannt, kann es dazu führen, dass er keine korrekten Informationen mehr zu den Tabuthemen bekommt, oder dass sie extra für ihn aufbereitet werden, wodurch sie nicht mehr brauchbar sind. Im Anhang findet sich allerdings ein Bild, auf dem auch er zu sehen ist, mit ehemaligen Freunden und Partnerinnen, jedoch als Jugendlicher beim Tanzkurs. Da er heute ganz anders aussieht, kann er damit nicht erkannt werden.
Warum schreiben Sie, Herr Kirschner?
Um ein Gegengewicht zu der Welt zu errichten wie sie ist und doch nicht sein kann und darf. Da ich auch, und sicher hauptsächlich, gesellschafts- und sozialkritisch schreibe und in der heutigen Zeit viele Dinge sicher nicht mehr richtig ablaufen und sind, gleichzeitig aber immer mehr einem Mainstream gehorcht wird, der genau dieser Richtung folgt, kippt die Gesellschaft und ihre scheinbare öffentliche Meinung auf genau diese nur noch einseitige Seite eines riesengroßen Spektrums, wobei dessen Multitasking und multidimensionale Vielschichtigkeit der Individualität eines jeden Wesens verloren geht. Es kann und darf in dieser Gesellschaft, die sich pluralistisch und demokratisch nennt, nur noch eine Sichtweise und eine Meinung richtig sein. Das ist ein Widerspruch zur multikulturellen, pluralistischen und überaus toleranten Sichtweise der Demokratie wie sie sein sollte, ja sogar ein Widerspruch in sich selbst. Allgemein: Ich schreibe, um Menschen, und besonders Kinder und Jugendliche, wieder zum Denken und Nachdenken zu animieren, damit sie sich ihres Wertes und Seins wieder bewusst werden und ihr Leben selbst in die Hand nehmen können, wenn sie es wollen.
Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Willi van Hengel aus Heinsberg, der 2006 mit „Lucile“ seinen ersten Roman im Lithaus Verlag, Berlin, veröffentlicht hat
Glück und Geduld benötigen Autoren nach Einschätzung von Willi van Hengel heutzutage, um berühmt zu werden. „Natürlich kann man eigentlich nichts“, sagt van Hengel selbstkritisch, „andere aber noch viel weniger, also gar nichts… deshalb sollte man sich selbst so treu wie möglich bleiben, also alles daran setzen, Grenzen in sich zu berühren und vielleicht sogar zu überschreiten, wenn man nicht krank oder aber doch Künstler werden will.“
Herr van Hengel, warum schreiben Sie?
Irgendwelche Kräfte, so glaube ich, wollen mich nicht in der Wirklichkeit haben. Einige Zeit habe ich mich dagegen gewehrt, dann jedoch festgestellt, dass es nichts bringt. Mittlerweile lass ich mich einfach fallen, denn ich weiß, dass die Wörter, die aus mir heraus wollen, meine Wörter sind und mich immer wieder auffangen. Ein größeres Vertrauen kann es nicht geben. Es ist die schönste Form der Geborgenheit; mitten im Leben…
Was schreiben Sie?
Gerade an einem Essayband über Nietzsche mit dem Titel “Frau (bei) Nietzsche” - wie auch sonst am liebsten über die Tiefen und Untiefen meines Ichs und seiner halbdunklen Geheimgänge…Vielleicht wird man meine Schreibe mal als Dechiffrierung einer Seele bezeichnen, die keine große Lust hatte, sich zu belügen. Das wäre eine Genugtuung, das würde mich ungemein freuen.
„Frech wie Dreck sein, überall seinen Senf dazu geben“, so beschreibt Jasmin Ludorf den Weg zum Ruhm für angehende Autoren. Das „Kind der Nacht“, wie sie sich selbst sieht, wohnt im größten Dorf Deutschlands, lebt jedoch nach eigenen Angaben nicht dort. Sie arbeitet in einer Apotheke, verschlingt aber lieber Bücher und Gedanken. Mit Gegensätzen scheint Jasmin Ludorf spielend umgehen zu können, ohne sich davon zerreißen zu lassen. „In mir weilen so viele Schichten, dass es einem mehrseitigen Register bedarf, sie halbwegs geordnet zu gliedern oder darzustellen“, erklärt sie selbst ihre Persönlichkeit. Diese Vielseitigkeit findet sich auch in ihren Texten.
Warum schreibst Du?
Weil ich nicht anders kann. Was raus muss, das muss eben raus … Ich wollte jetzt eigentlich noch ein „Mal im Ernst“ hinzufügen … aber eigentlich fällt mir nichts mehr dazu ein. Tja. Aber es waren schließlich schon Rilkes Worte, die das sagten. Da wird schon was dran sein.
Was schreibst Du?
Früher nur Prosa. Heute fast nur Lyrik, bis auf eine Kurzgeschichte. Ich denke, mir fehlt momentan einfach die Ruhe, mich auf eine Sache zu konzentrieren, zu viele Gedanken, die verarbeitet werden müssen, da bietet Lyrik einfach mehr Möglichkeiten in kürzerer Zeit. Ich bevorzuge die freie Versform, ist zwar schwieriger, dabei die richtige Betonung und den richtigen Ausdruck hinzubekommen, aber genau diese Herausforderung ist ja so ungemein spannend. Und wenn man es tatsächlich geschafft hat, kann man die vollkommene Freiheit sein Eigen nennen.
Gabriele Junker nutzt die Chancen des Web und sucht nach „Literarischen Orten“
In Zeiten des Internet beeinflussen nicht nur bekannte Schriftsteller die literarische Szene, sondern auch Menschen, die ihre Ideen im Web umsetzen und so viele Autoren erreichen, sie zusammenbringen und sich neben dem eigenen Schreiben mit ihnen austauschen. So jemand ist Gabriele Junker. Geimsam mit Freunden gründete sie im September 2006 den Autoren-Club und hat seitdem einen Namen in der vielseitigen literarischen Welt des Web 2.0. Litrum sprach mit ihr über das Schreiben und die Bedeutung der technisch geprägten Kommunikation im Internet für die moderne Literatur.
Gabi, warum schreibst Du?
Ich habe schon mit acht Jahren meine ersten Geschichten geschrieben. Vererbt hat mir das sicher mein Vater, der leider in diesem Jahr verstarb. Eine ganze Weile habe ich nicht geschrieben, fast zehn Jahre lang nicht. Außer ein paar kleinen Notizen mein Leben betreffend. Im September 2005 besann ich mich wieder meines Lebens, meiner Ziele und damit fing ich wieder an zu schreiben. Als ich von der Krankheit meines Vaters erfuhr, war ich froh, meine Schreiberei zu haben, in der ich Dinge verarbeiten kann, meine Gefühle ausdrücken kann, aber auch einfach, weil ich schreiben MUSS. Es schwirren so viele Ideen in meinem Kopf herum und wenn sie sich etwas formieren, dann müssen sie einfach raus. Und – meinem Vater zu ehren... werde ich mein Ziel nicht mehr aus den Augen verlieren und schreiben, schreiben, schreiben...
Was schreibst Du?
Fast alles. Geschichten, Romane, Gedichte (die in letzter Zeit sehr viel und sehr gerne). Fantasy und Horror ist eher nicht mein Metier, doch ansonsten möchte ich mich auch gar nicht festlegen.
Verändert das Web die Literatur?
Wie immer gibt es ein Für und Wider. Doch beeinflusst wird meines Erachtens die Literatur dadurch in jedem Falle. Natürlich könnte man sagen, ich bekomme im Internet so vieles geboten, wozu da noch ein Buch kaufen, doch andererseits bringt das Web Literatur auch näher – und das einer breiten Masse. Ich denke, im Web liegen noch ungeahnte Schätze, was dieses Thema betrifft.
„Die Chance, zu schreiben, was mir in den Sinn kommt“
Mit zwölf Jahren begann Ina May mit dem Schreiben, weil ihr Vater der Leseratte vorschlug: „Schreib’ Dir Deine Bücher doch selbst.“ Gut zwanzig Jahre später hat sie viele Literaturpreise gewonnen, mehrere Bücher veröffentlicht und wurde von Verlagen für den Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb vorgeschlagen. Sie lebt am schönen Chiemsee und wann immer Sonne und Wetter es zulassen, schnappt sie sich ein Tret- oder Ruderboot und fährt damit auf den See hinaus. „Die drei Inseln bilden eine herrliche Kulisse“, und Ina May stellt sich gerne vor, wie König Ludwig II die Arbeiten an seinem Schloss vorantrieb, nachdem ein großer Teil der Frauen- und Herreninsel sich nach der Säkularisation im Familienbesitz befand. Die Vorfahren von Ina May hatten ihren gesamten Inselbesitz für hunderttausende von Goldmark und einen Adelstitel an den König verkauft. „Zu schade“, findet die Schriftstellerin heute. Ihre zweite Liebe gilt Schottland, der Hügel und dem Grün wegen. Teilweise in den Staaten aufgewachsen, genauer in Texas, beschreibt sie in ihren Texten auch ganz gerne den american style, der sie stets auf gewisse Art begeistert hat. Im Interview mit Litrum spricht sie über moderne Literatur, Verlage und den langen, beschwerlichen Weg zur anerkannten Autorin.
Ina, wer bist Du eigentlich?
Der menschliche Charakter entbehrt nicht jeder Eitelkeit – meine ist es, einen winzigen Fußabdruck auf den Wegen der Zeit zu hinterlassen. In aller Kürze: Ich bin eine, die dem Rat ihres Vaters folgt: „Du muss zuerst probieren, bevor Du ‚nein’ sagst.“
Wie wichtig ist das Schreiben für Dein Leben?
Hier ist meine Antwort eine ganz pragmatische: Worte sind dazu gedacht, einer Sache Leben einzuhauchen, einer Situation angemessen zu begegnen. Wer das Wort an sich liebt, so wie ich, nutzt die Sprache und das Schreiben im Besonderen dazu, um entweder eine wahre Geschichte zu erzählen, oder auch eine zu erfinden. Da das Leben an sich jedoch schon alle Geschichten kennt, leiht man sie sich ohnehin nur aus und gibt dazu noch ein Quäntchen Fantasie… die Gedanken sind frei…
Welche Art von Literatur schreibst Du?
Ich fange mit Gedichten und Lyrik an (gerne auch humoristisch!) erwähne noch das Kurzgedicht, in dem Falle Haikus und Senryûs und daran hänge ich nun alles weitere: Unterhaltung, auch Belletristik genannt Krimis (Bücher und Kurzgeschichten), die zum Teil auf wahren Begebenheiten basieren Kinderbücher (illustriert von Heike Weiskopf, weil keine es besser kann!), nicht ohne psychologische Aspekte, wie ich hoffe sind diese gut verpackt Geschichten, Gedichte und Märchen für Kinder Fantasy-Geschichten für Kinder und Erwachsene Artikel für Zeitungen und Zeitschriften, auch im Internet
gibt allen Autoren die Möglichkeit, ihre Arbeiten interessierten Lesern vorzustellen. Ob Sie Kurzgeschichten, Erzählungen, Gedichte, Kritiken, Reportagen, Features oder Berichte schreiben. Einzige Bedingung: Aus den Texten muss die ernsthafte Auseinandersetzung mit Thema und Sprache erkennbar sein.
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