Manuel Göpferich wurde am 10.April 1988 in Bruchsal geboren und lebt in Kraichtal (Baden-Württemberg). Neben seiner Ausbildung zum technischen Zeichner bestreitet er das Studium Kreatives Schreiben in Bad Kreuznach, das von dem Schriftsteller Rüdiger Heins angeboten wird. In seinem Erstlingswerk „Die alltägliche Vernunft“ verarbeitete Manuel Göpferich Ideen zu den Themen: Kunst, Philosophie und Moral. Für das Buch wurde er vom Verlag mit dem Cenarius-Preis für Nachwuchsautoren 2007 ausgezeichnet. In Zukunft wird sich der Jungautor auf Lyrik, Erzählungen und Romane konzentrieren. Über das Schreiben sagt Manuel Göpferich: "Es handle sich um ein Handwerk, das Geduld und Fleiß erfordert." Autoren empfiehlt er: "Haben Sie vor, zum Einkaufen zu fahren, lassen Sie das Auto stehen, schreiben Sie lieber. Geben Sie Menschen, die Sie in Cafés sehen, Namen und denken Sie sich Monologe aus. Lesen Sie, lesen Sie viel und bewusst. Haben Sie eine Aussage aufgeschnappt, die ihnen nicht gefällt, dann widerlegen Sie diese in einem Aufsatz. Schreiben Sie über das, was anderen nicht auffällt."
Die alltägliche Vernunft; im Cenarius-Verlag erschienen; ISBN 978-3-940680-01-3; www.cenarius-verlag.de Philosophischer Garten; im Lerato-Verlag erschienen; ISBN: 978-3-938882-45-0; www.lerato-verlag.de
Ein Interview mit Manuel Göpferich finden Sie auf der Seite Autoren im Interview.
Früh stehe ich auf, packe hastig meine Bücher und Werbezettel ein. Für heute bin ich als Studiogast angekündigt. Diverse Konflikte mit meinem Vorgesetzten bereitete mir dieser Termin. Das Geschäft würde vorgehen, hat er mir am Vortag gesagt, und ich nahm dies hin, wissend dass er im Unrecht mit dieser Aussage ist. Reisen gibt mir viel, motiviert mich, weckt Ideen und inspiriert mich zu neuen prosaischen und lyrischen Texten. Am Vormittag wandere ich durch die Stadt, suche ein Weihnachtsgeschenk für meinen Bruder; meinen Eltern habe ich bereits Bücher gekauft. Danach besuche ich einen Weihnachtsmarkt; faszinierend sind die Gerüche – geschmolzener Zucker und Honigaromen. Um 12:00 Uhr herrscht reger Betrieb. Mehrmals sehe ich mir die Stände an. Vor zwei Wochen erfuhr ich, was Weihnachtsmärkte für die Verkäufer bedeuten. In den Regalen einer Freundin meiner Mutter durfte ich meine Bücher anbieten. Diese Monotonie, von der ich dachte, sie würde sich nach einigen Minuten einstellen, gab es nicht. Selbst die Kälte störte nur wenig. Zwei Exemplare wurden innerhalb von zwei Tagen verkauft – dennoch ein Erfolg. Der Grund für meinen Aufenthalt auf dem Marktplatz ist die evangelische Kirche. In jene trete ich ein, um behaupten zu können, etwas von Wiesbaden gesehen zu haben. Später erkenne ich meinen Willen, zu beten, den Herren um Segen zu bitten. Meinen Vorsatz, die hessische Küche auszuprobieren, gebe ich auf. Chinesisches Essen liegt nicht so schwer im Magen. In einer Einkaufspassage setze ich mich in ein Restaurant und wundere mich, wie schnell man hier bedient wird und darüber, dass selbst die asiatischen Kellner Hessisch plappern. Während ich mit dem Bus zum Radiosender fahre, schmunzle ich jedes Mal, wenn ich diesen Akzent aus Gesprächen heraushöre. Viel früher, wie von Rüdiger empfohlen, betrete ich die Räumlichkeiten des Radiosenders. Empfangen kann man das Programm lediglich in Wiesbaden, Mainz und in der umliegenden Region. Eine halbe Million Zuhörer habe er pro Tag, lese ich. Die beiden Männer, die mich empfangen, wechseln mit mir kaum ein Wort, diskutieren während meiner Anwesenheit über die Programmierung des Rekorders für die Aufzeichnung. Nach einer Stunde treffen Rüdiger und Hans Tönjes ein. Begleitet werden sie von einem Mann und einer Frau, die ich beide nicht kenne. Grob umreist Rüdiger, wie er die nächsten zwei Stunden gestalten wird. Zu ungenau ist das, diese Spontanität verängstigt mich. Bei meiner Ankündigung besteht er darauf, dass ich in Bruchsal wohne. Kraichtal – berichtige ich ihn. Unterbrochen von Musikpausen stelle ich mein Werk vor und lese den ersten Text daraus. Später trägt Hans Tönjes eine moderne Weihnachtsgeschichte vor. Von meinem Vorschlag, die restliche Sendezeit über den Schreiballtag eines Autors zu diskutieren, zeigt sich Rüdiger beeindruckt. Der Dialog zwischen Hans Tönjes, dem alten Schriftsteller und mir, dem jungen, wird fruchtbar, zu einem Kontrast. Auf dem Parkplatz spreche ich Rüdiger und Hans Tönjes Glückwünsche für Weihnachten und das kommende Jahr aus. Wieder fühle ich mich dieser Einheit der Schriftsteller näher.
Wenige waren monoton Einige Momente groß
Wenige waren ohne Kraft Viele Menschen gutmütig
Und an Schönheit denke ich So oft ich mich erinnere